HANDBALL Bonnkirch nutzt eine einmalige Chance
(sep). Eigentlich wollte Stefan Bonnkirch zum ersten Auswärtsspiel der Saison nach Wetzlar fahren. Um dort mit den Oberliga-Handballspielern der SG Wallau gegen die zweite Garde der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen anzutreten. Doch daraus wird für den 28-Jährigen - nach der abgelaufenen Spielzeit von Zweitligist HSG Frankfurt Rhein-Main gerade erst zurück ins Ländchen gewechselt - nichts. Leider. Zumindest aus Sicht der Wallauer.
Anruf aus heiterem Himmel
Denn die erste Auswärtsfahrt der Saison wird Bonnkirch nach Kiel führen. In die Sparkassen-Arena, Heimstätte des deutschen Rekordmeisters THW Kiel, wo der wurfgewaltige Rückraumrecke mit seinem neuen Verein, Aufsteiger TSG Friesenheim, seine erste Bundesliga-Partie bestreiten wird. „Das Highlight gleich zum Auftakt“, freut sich der Linkshänder, den die „Eulen“ per Blitztransfer nach Ludwigshafen lotsten, um ihre personellen Probleme nach den Verletzungen der etatmäßigen rechten Rückraumschützen Nils Brandt und Mindaugas Veta zu beheben. „Der Anruf von TSG-Trainer Thomas König kam für mich aus heiterem Himmel“, erklärt Bonnkirch, „er hat gesagt, er brauche mich für den Rückraum. Und ich habe nach längerem Überlegen zugesagt.“
Denn auch, wenn für den Torjäger das verlockende Angebot des Aufsteigers „die erste und letzte Chance ist, in der Handball-Bundesliga zu spielen“, wie Bonnkirch selbst sagt, „war es gar nicht so klar, dass ich das Angebot auch annehmen würde. Schließlich bin ich von der HSG nach Wallau gegangen, um kürzer treten zu können“,
Doch Pustekuchen: Statt Beruf und Handball bequemer verbinden zu können, stehen für den 28-Jährigen, der einen Einjahresvertrag bis 30. Juni 2011 unterschrieben hat, allerdings je nach Genesungsverlauf des verletzten Rückraum-Duos und eigener Form schon zum 31. Dezember zurückkehren könnte, nun tägliche Fahrten zum Training im 90 Kilometer entfernten Ludwigshafen an. „Und auch sonst hat der Wechsel meine beruflichen Planungen über den Haufen geworfen, ich muss meine Arbeitszeiten ändern oder mir Urlaub nehmen“, sagt Bonnkirch.
Die Chance, in der Bundesliga zu spielen, ist jedoch auch dieses Opfer wert. Auch wenn die Anreise zu den Auswärtsspielen künftig um einiges länger ausfällt.

