Von Henning Kunz
Michael Jackson tut es wegen der Kohle. Rapper Eminem hat es gerade hinter sich gebracht. Michael Schumacher denkt nicht dran, weil er Besseres zu tun hat. Und: Sandro Schwarz hat es heimlich, still und leise vorbereitet und am Pfingstmontag in der Wiesbadener Fußball-Arena alle überrascht: mit seinem Comeback als Fußballspieler.
Noch besser: Der Ex-Kapitän und Kurzzeit-Teamchef des Zweitliga-Absteigers SV Wehen Wiesbaden hat seinen Kumpel, den Mainzer Bundesliga-Aufsteiger Marco Rose, davon überzeugen können, auf ihre alten Jahre noch mal miteinander in einem Team zu kicken. Die früheren Frankfurter Helden Alex Schur und Thomas Zampach fanden die Idee so toll, dass sie sich anschlossen. Und dass mit Roman Weidenfeller einer der überragenden Torhüter der gerade zu Ende gegangenen Bundesliga-Saison seine Zelte in Dortmund abgebrochen und obendrein auf die Asienreise mit der Nationalmannschaft verzichtet hat (wenn auch nicht freiwillig), um in Wiesbaden zu spielen, grenzt fast eine Sensation. „Für so einen guten Zweck macht man das gerne“, sagt Weidenfeller. Und mit das meint er das Benefizspiel zu Gunsten der Känguru-Initiative für behinderte Kinder, das neben ein paar früheren Fußballgrößen auch 1926 Zuschauer in die Arena lockte.
Der Endstand zwischen den Rhein Main Allstars (Schwarz, Rose, Zampach und Co.) und den „Känguru & friends“ (u.a. Jens Nowotny, Carsten Ramelow, Marco Reich, Ulf Kirsten), falls jemand etwas damit anfangen kann: 9:9 nach regulärer Spielzeit, gefolgt von einem 3:2 im Elfmeterschießen. Alle hatten mächtig Spaß.
Wiesbadens Ex-Coach Christian Hock sucht zwar noch einen neuen Verein, den Weg in Weidenfellers Kasten hat er dreimal gefunden und war mit Marco Reich (ebenfalls drei) bester Schütze des Schützenfestes. Übrigens: Der freche Versuch, seinen ehemaligen Chef Markus Hankammer zu tunneln, klappte nicht. SVWW-Torwarttrainer Steffen Vogler, am Wochenende noch auf der Hochzeit seines gerade nach Rostock gewechselten Keepers Alex Walke, ärgerte seinen früheren Dresdner Kollegen Ulf Kirsten ein ums andere Mal – der dreifache Bundesliga-Torschützenkönig, ehrgeizig wie eh und je und sichtlich sauer über seine Flaute, traf erst, als Vogler draußen war.
Neue Personalien vom SVWW gab es indes nicht. Außer Schwarz’ Comeback natürlich. Und dann kursierte das Gerücht, dass eine Verpflichtung Ulf Kirstens im Gespräch sein soll. Für den Fall der Fälle: Wir bleiben dran.

