Das Paket muss stimmen - Der Nachwuchsförderer des SV Wehen Wiesbaden
03.02.2012 - WIESBADEN
Von Carsten Dietel
Thomas Schumacher kennt sich aus im Nachwuchsbereich des Profifußballs. Jahrelang hat der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden in gleicher oder ähnlicher Funktion bei Borussia Mönchengladbach gearbeitet und ist bestens vernetzt. Da stellt sich die Frage, warum der SVWW bei einem solchen Fachmann im Verein nur wenige junge Spieler verpflichtet hat und vermehrt auf erfahrene Spieler gesetzt hat. „Ich habe als Aufgabe den Aufbau des Nachwuchs-Leistungszentrums. Und dieser Job benötigt meine volle Aufmerksamkeit“, sieht Schumacher seinen Aufgabenbereich im Verein klar abgegrenzt von dem, was Geschäftsführer Wolfgang Gräf und Trainer Gino Lettieri machen.
Deren Sache sei die Zusammenstellung der Profimannschaft, sein Job, die Jugendarbeit im Verein so voranzubringen, dass man sich langfristig nicht mehr darüber unterhalten müsse, ob zu wenig junge Spieler verpflichtet werden, sonder überlegen könne, welche Aktiven aus dem eigenen Nachwuchs die von den Profis geforderten Kriterien erfüllen. „Es ist aber nicht so, dass ich von den Beiden nicht gefragt werde. Und ich sage auch meine Meinung.“ Doch entscheiden müssten letztlich Lettieri und Gräf.
„Da muss das ganze Paket stimmen“
Kritik an deren Team-Zusammenstellung würde sich Schumacher nie erlauben. „Ich kann nicht etwas kritisieren, was nicht mein Aufgabenbereich ist.“ Gleichwohl weiß der Juniorenfußball-Fachmann, was alles zusammenkommen muss, um Drittliga-geeignete junge Spieler zu bekommen. „Da muss das ganze Paket stimmen. Spieler, Berater, bei ganz jungen Spielern auch noch die Eltern gilt es zu überzeugen“, beschreibt Schumacher die mitunter schwierigen Verhandlungen. Und meist haben dann doch die Zweiten Mannschaften der Bundesligisten die besseren Karten. Denn ein talentierter junger Spieler habe natürlich das Ziel, irgendwann in der Bundesliga aufzulaufen. Und da sehen die meisten den Weg eher über die U-23 eines Erst- oder Zweitligisten, als über eine Drittligamannschaft. Besonders wenn die, wie der SVWW in diesem Winter, ihren Zielen weit hinterherhinkt.
Doch auf dieser Baustelle will sich Schumacher nicht weiter aufhalten. Er steckt seine ganze Schaffenskraft in die Suche nach geeigneten Trainern und nach talentierten Jungen für die Jugendmannschaften. Und klopfen Lettieri oder Gräf an seine Tür und haben eine Frage, wird er seinen Senf dazugeben. Nicht mehr und nicht weniger.

