Von Rolf Lehmann
Wenke Kujala und Meike Krebs freuen sich auf schweren Taunus-Kurs
WIESBADEN Den meisten bereitet die Radstrecke als buchstäblicher "Höhepunkt" des Ironman Germany 70.3 am Sonntag schlaflose Nächte, zumindest zwei Profisportlerinnen freuen sich dagegen auf die Taunusberge: Wenke Kujala und Meike Krebs.
Wenke Kujala, die sich bei der Premiere im Vorjahr lediglich der Spanierin Virginia Berasategui hatte geschlagen geben müssen und diesmal die Startnummer 51 tragen wird, kann es kaum erwarten. "Natürlich freue ich mich auf die Radstrecke. Die Landschaft ist so wunderschön, dass du gar keine Zeit hast, über die Strapazen nachzudenken", sagt die Hilpoltsteinerin und lacht dabei schelmisch. Dabei liefen die Vorbereitungen alles andere als optimal. Auf Anraten ihres Arztes hatte sie nach dem Ironman in Frankfurt eine dreiwöchige Pause eingelegt, fühlt sich mittlerweile aber schon wieder stark genug, um vorne mitzumischen. "Ich weiß, dass ich gerade auf dieser extrem anspruchsvollen Radstrecke meine Stärke ausspielen kann", gibt sich Kujala betont selbstbewusst. Auch wenn das eigentliche Ziel auch für sie Hawaii heißt, wo als Saisonhöhepunkt am 11. Oktober die Weltmeisterschaften über die Langdistanz steigen, so bedeutet Wiesbaden dennoch mehr als nur Zwischenstation. Kujala: "Natürlich will ich hier gewinnen, werde aber auch versuchen, mir ein wenig Zeit für andere Dinge zu nehmen. Ich gehe gerne gut essen und einkaufen. Dafür bietet sich die Stadt einfach an." Schon öfter den Weg in die benachbarte Landeshauptstadt findet Meike Krebs. Allein in den vergangenen zwei Wochen hat die Frankfurterin drei Mal die 90-km-Strecke durch den Taunus unter die Räder genommen. "Natürlich kommt dir das im Rennen zugute, wenn du schon jede Kurve kennst und dir die Kräfte entsprechend einteilen kannst", sagt die 28-jährige studierte Sportwissenschaftlerin, die schon in ihrer Heimatstadt in diesem Jahr mit der drittschnellsten Radzeit auf sich aufmerksam machte und ebenso wie Wenke Kujala auch in Wiesbaden zu den Ersten gehören sollte, wenn es gegen 11 Uhr auf den abschließenden Halbmarathon geht. Seit 2007 ist Meike Krebs Profi. Ein Schritt, der angesichts des enormen Trainingsumfangs unumgänglich war, will man in der Weltklasse mischen. "Natürlich ist ein Risiko dabei. Wenn man sparsam ist, kann man dank des einen oder anderen Sponsoren aber durchaus davon leben", erzählt die Sachsenhäuserin, die eigentlich von der Leichtathletik kommt, ihre Stärke heute aber eindeutig auf dem Rad sieht. Die Wiesbaden-Debütantin: "Vor allem, wenn es möglichst steil die Berge hoch geht." Das komplette Interview mit Wenke Kujala als Video unter www.Wiesbadener-Tagblatt.de.

