Günstige Wohnungen sollen erhalten bleiben
09.02.2012 - ERBENHEIM
Von Thomas Karschny
ERBENHEIM Sorge um den sozialen Frieden
Der Wiesbadener Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung sollen sich nachhaltig für die Erhaltung der Wohnungen der Nassauischen Heimstätte in öffentlicher Hand einsetzen. Einen entsprechenden Antrag hat der Erbenheimer Ortsbeirat einstimmig angenommen.
Nach wie vor erheblicher Bedarf
Hintergrund sind die kürzlich bekannt gewordenen Pläne der hessischen Landesregierung, die Nassauische Heimstätte aufzulösen und die von ihr verwalteten Wohnungen an einen anderen Träger zu veräußern. Betroffen wären vor allem relativ preiswerte Wohnungen, die mit ihrem Preis in der Regel um einen Euro pro Quadratmeter unter dem marktüblichen Preis lägen, erläutert Karl-Heinz Reinhold (SPD). In Wiesbaden gehe es um rund 5800 Wohnungen, davon allein 1005 im Erbenheimer Hochfeld, sowie weitere 145 in Erbenheim Mitte. „Es besteht nach wie vor ein erheblicher Bedarf an preiswertem Wohnraum, der wesentlich zur Erhaltung des sozialen Friedens in unserer Gesellschaft beiträgt. Magistrat und Stadtparlament sind deshalb aufgefordert, sich für das Verbleiben dieser Wohnungen in öffentlicher Hand zu den bisherigen Bedingungen einzusetzen“, so das Mitglied des Ortsbeirats. Den Mietern müsse durch entschlossenes politisches Handeln die Angst genommen werden, dass es neben den ohnehin ständig steigenden Nebenkosten noch zu weiteren Belastungen durch eine höhere Miete komme, die sich viele einfach nicht mehr leisten könnten.
Verärgert ist man im Ortsbeirat über die mangelhafte Informationspolitik der Behörden im Bezug auf die Erschließungs-, Ausbau- , und Sanierungsmaßnahmen im Bereich Flugplatz, Rennbahnstraße und Mittelpfad in Zusammenhang mit der geplanten Ansiedlung des europäischen Hauptquartiers der US-Streitkräfte. So könne man mit den Interessen der Erbenheimer Bevölkerung, der Anwohner und des Ortsbeirats nicht umgehen, moniert Karl-Heinz Reinhold. „Es verfestigt sich der Eindruck, dass die Interessen der US-Armee in kürzester Zeit und ohne sachgerechte Abwägung mit durchaus möglichen, aus unserer Sicht besser geeigneten Alternativen, durchgesetzt werden sollen.“ Ein vergleichbares Engagement für Erbenheimer Anliegen könne man dagegen kaum feststellen, so das SPD-Mitglied.
Kritik an Ansiedlung einer Transportfirma
Kritik übt man auch an der Ansiedlung einer Transportfirma auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnpolizei an der Rennbahnstraße. „Ob die Ansiedlung einer Abschleppfirma durch das Hessische Immobilienmanagement auf dem Gelände der ehemaligen Autobahnpolizei eine mit der Stadt koordinierte und auch auf das Gemeinwohl abgestimmte Entscheidung war, darf zumindest bezweifelt werden“, so Reinhold, der hierdurch eine weitere Erhöhung des Verkehrsaufkommens in Erbenheim befürchtet.
Dem Ortsbeirat vorgestellt hat sich Kriminalhauptkommissar Norbert Pfaff. Seit September ist der 56-Jährige Leiter des vierten Polizeireviers in Bierstadt, das auch für Erbenheim zuständig ist.
In Anerkennung ihres jahrzehntelangen kommunalpolitischen Engagements im Erbenheimer Ortsbeirat wurden Ingeborg Reinhold und Erika Koch-Witte mit der Wiesbadener Bürgermedaille in Silber ausgezeichnet.

