21. Mai 2012 23:30 Uhr
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Wiesbadener Tagblatt

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Dotzheim 

Aufgewachsen in der Gastronomie

20.07.2010 - DOTZHEIM

Von Marianne Kreikenbom

SCHÖNBERG-STUBEN Ein Bad Schwalbacher und eine Medenbacherin verwöhnen jetzt das Kohlheck

Die „Schönberg-Stube“ ist - ganz einfach - nach der Schönbergstraße benannt, an der sie liegt. Straße und Lokal befinden sich in einem Wohn- und Gewerbegebiet, das ab den 1950er Jahren auf dem Kohlheck zwischen Langendellschlag und Trasse der Aartalbahn entstand. Ein Stück die Schönbergstraße hinunter und dann links ist der Bahnhof Dotzheim.

„Wir sind hier im Kohlheck“, sagt Christian Schreiber, der mit Ehefrau Sonja seit Mai 2006 die „Schönberg-Stube“ betreibt. Der Mann vom Nachbartisch wendet sich um und erklärt: „Ich bin von Dotzheim.“ Er sitzt an einem dieser glutheißen Julitage auf der Terrasse unterm Sonnenschirm beim Bier und gehört zu den Stammgästen. Eine Gruppe von Nachbarn trifft sich hier regelmäßig. Der Älteste sei über die Neunzig, aber das merke man ihm nicht an, erzählt Christian Schreiber.

Die Tafel mit dem Tagesangebot empfiehlt Spargelcremesuppe (3,50 Euro), Tafelspitz mit Grüner Soße, Bratkartoffeln und Salat (12,50 Euro), gebratenes Rotbarschfilet mit Tomaten-Basilikum-Pesto und Kartoffelbällchen (11,50 Euro) sowie Vanilleeis mit marinierten Erdbeeren (3,50 Euro). Bei der Hitze ist Süßschnäbeln vermutlich eher nach Eis zumute. Freunde des Herzhaften bevorzugen eventuell den regionalen Spundekäs mit Brezelchen (4,50 Euro) oder einen Handkäs mit Musik und Bauernbrot (4,50 Euro). „In der Spargelzeit hatten wir eine separate Spargelkarte“, sagt Christian Schreiber. Aber die Saison ist vorbei, und die Spargelcremesuppe im Tagesangebot nur ein Nachklang.

Gibt es in der „Schönberg-Stube“ eine Küchenphilosophie? „Wir bieten unseren Gästen gehobene, gute deutsche Küche“, antwortet Christian Schreiber. „Alles ist frisch gekocht, jeder soll satt werden, und jedem soll es schmecken“, fügt seine Frau hinzu. Zur guten deutschen Küche gehören das unverwüstliche Schweineschnitzel mit Zigeunersauce, Champignonrahmsauce oder Zwiebeln nebst Bauernbrot (jeweils 7,50 Euro) und ein ordentliches Rumpsteak mit Kräuterbutter, Pfefferrahmsauce oder Zwiebeln und Brot (13,00 Euro). Beilagen wie Pommes, Bratkartoffeln oder Kartoffelecken muss man extra bestellen (je Portion 2,00 Euro). Auch Matjes Hausfrauenart (7,50 Euro), Strammer Max mit zwei Spiegeleiern (5,80 Euro) oder Schweinebraten mit Knödel und Sauerkraut (9,50 Euro) findet man auf der Karte. „Hier werden die Knödel noch vom Küchenchef selbst gerollt und nicht aus einem Beutel gedrückt“, lobte ein Gast per Internet in seiner Restaurant-Kritik.

Umzug aus der Schießsportschule

Der gelernte Koch und heutige Küchenmeister Christian Schreiber und die gastronomische Quereinsteigerin Sonja Schreiber - nach dem Abitur absolvierte sie eine Banklehre und wechselte später aus Liebe den Beruf - führten fast zwanzig Jahre das Hotel und Restaurant im Bundesleistungszentrum (BLZ) des Deutschen Schützenbundes an der Lahnstraße in Klarenthal. Auch wenn dieses Restaurant vor allem Sportlern in Trainings- oder Ausbildungskursen zur Verfügung stand, war es öffentlich zugänglich. „Man musste uns allerdings kennen“, meint Christian Schreiber. Es habe ganz „normale“ Klarenthaler Stammgäste dort gegeben. Viele seien ihnen in die „Schönberg-Stube“ gefolgt.

Christian und Sonja Schreiber präsentieren ihren Wurstsalat-Teller - gerade im Sommer eine empfehlenswerte Alternative zu Gebratenem. 	Foto: RMB/Heiko Kubenka

Christian und Sonja Schreiber präsentieren ihren Wurstsalat-Teller - gerade im Sommer eine empfehlenswerte Alternative zu Gebratenem. Foto: RMB/Heiko KubenkaVergrößern

HAPPY HOUR
Anschrift: Schönberg-Stube, Schönbergstraße 21, 65199 Wiesbaden-Kohlheck, Telefon: 0611 / 3349935

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 16.30 bis 23.00 Uhr. Sonn- und Feiertage 11.30 bis 15.00 Uhr und 16.30 bis 22.00 Uhr. Samstag Ruhetag.

Preise: Vorspeisen (Suppen): 3,50 bis 4,00 Euro. Hauptspeisen: 7,50 bis 13,00 Euro. Zwischengerichte/Salate: 4,50 bis 8,80 Euro. Gerichte für Kinder: 4,50 Euro. Nachspeisen: 3,50 bis 4,20 Euro.

Aktionen: Jeden Montag: Genießertag mit wechselndem Angebot. Jeden Donnerstag: Schnitzel mit Pommes und Salat (7,50 Euro) und von 16.30 bis 19.30 Uhr Happy Hour (10 Prozent auf alle Getränke)

Gruss aus der Küche

Christian Schreiber verrät usn das Rezept zu seiner Schlemmerpfanne, damit unsere Leser das Ganze nachkochen können.

Zutaten (für vier Personen): 500 Gramm Roastbeef gegen die Faser in schmale Streifen geschnitten, Öl und Butter zum Braten, zehn mittelgroße Champignons in breite Scheiben geschnitten, eine fein gewürfelte Zwiebel, eine fein gehackte Knoblauchzehe, fünf Centiliter Weißwein, ein halber Liter braune Grundsauce, zwei bis drei Esslöffel gehackte Kräuter (Kerbel, Estragon, Sauerampfer und Basilikum), Salz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, edelsüßer Paprika, ein Teelöffel Senf, ein Esslöffel Balsamico, ein Esslöffel Crème fraîche.

Zubereitung: Roastbeefstreifen mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. In heißem Öl sehr kurz anbraten, aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. In derselben Pfanne die Butter zerlassen und darin den Knoblauch leicht anbräunen. Pilze dazugeben, nach kurzem Erhitzen mit dem Weißwein ablöschen. Mit der braunen Grundsauce auffüllen und einmal aufkochen lassen. Den glatt gerührten Senf, Salz, Pfeffer, die Kräuter sowie den Balsamico hinzufügen. Zuletzt die angebratenen Roastbeefstreifen zugeben und mit Crème fraîche verfeinern.
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