Plädoyer für digitale Selbstbestimmung
18.02.2011 - DOTZHEIM
Von Clia Vogel
MEDIEN Kamingespräch mit Ibrahim Evsan aus Köln
Er „lebt social media“ und sieht genau die Gefahren, die diese Plattformen und das gesamte Internet mit sich bringen können.
Mit Ibrahim Evsan („Ibo“) stellte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) beim Kamingespräch auf Schloss Freudenberg einen ausgewiesenen Fachmann vor. Der Kölner ist erfolgreicher Internetunternehmer von „sevenload“ und „United Prototype“. Außerdem engagiert sich der 35-Jährige unter anderem ehrenamtlich bei Unicef und bei der Medienkommission der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen in Sachen Medienkompetenz.
Digitale Evolution der vergangenen fünf Jahre
Besonders die „spontane digitale Evolution der vergangenen fünf Jahre“ macht Evsan Sorgen. Alles, was man heute tue, sagt er, sei mit dem Internet verbunden. Über ein Smartphone könne sich jeder Einzelne zu jeder Zeit, von jedem Ort aus mit dem Netz verbinden. Suchmaschinen und Social Media ließen sich dennoch sinnvoll einsetzen. Davon ist „Ibo“ Evsan überzeugt.
Der Vater regte den heutigen Unternehmer, Blogger und Autor an, sich mit Computern auseinanderzusetzen und schenkte ihm einen Rechner. „Ibo“ wusste, das neue Medium geschickt zu nutzen. Bereits in den frühen 90er Jahren habe er in Internetforen Kontakte geknüpft und dort auf sich und seine Talente aufmerksam gemacht. So entstanden sowohl private als auch Geschäftskontakte.
Freunde im Internet sorgsam auswählen
Doch natürlich müsse man achtsam sein und die Internetfreunde sorgsam auswählen. Er selbst akzeptiere grundsätzlich erst einmal jede Kontaktanfrage bei Facebook und Xing und beobachte dann, was die neuen „Freunde“ schreiben und tun. Wenn er zu dem Schluss komme, dass sie nicht zu ihm passten, sortiere er sie später wieder aus.
Kinder und Jugendliche müssten den richtigen Umgang mit dem Netz natürlich erst lernen, sagt Ibrahim Evsan. Dazu bedürfe es mehr als der Unterstützung der Eltern. Denn diese würden sich häufig selbst nicht auskennen.
Deshalb wünscht sich Ibrahim Evsan ein Institut für Medienkompetenz. Es sei heute zwingend notwendig, dass alle digitale Selbstbestimmung ausüben könnten.

