Feuerwerk der Emotionen
21.03.2011 - BIEBRICH
Von Christina Kilb
GEDENKEN Konzert erinnert an Daniel Honsack
Wer am Freitagabend bei der Daniel-Honsack- Konzertreihe im Biebricher Rathaus war, erlebte Klassik vom Feinsten Seit 2009 gibt es die Reihe im Trausaal. Sie wurde von Daniel Honsack ins Leben gerufen, der ein Kulturschaffender im wahrsten Sinne des Wortes war, bevor er im Dezember 2009 im Alter von 33 Jahren starb. Seine Lebensgefährtin Sandra Wintermeyer führt die Reihe weiter im Gedenken an einen Menschen, den musikalisches, journalistisches, soziales und kulturelles Engagement auszeichneten.
Die Konzerte finden vier Mal im Jahr statt. Die Idee dazu sei Daniel Honsack gekommen, als er den Yamaha-Flügel im Trausaal sah und gesagt habe, „schade, dass der Flügel nicht benutzt wird“, erzählt Sandra Wintermeyer. Unterstützung bei den Konzerten bekommt sie von Ursula Vogt aus dem Ortsbeirat und Stephanie Winzen, einer diplomierten Saxophonistin, die für die Vermittlung der Musiker sorgt.
Für das Konzert am Freitag konnte Sandra Wintermeyer das „Duo Romantico“ gewinnen: Henrike Becker, die als Solocellistin unter anderem bei der Sinfonietta Mainz tätig ist sowie als Honorardozentin an der Musikschule Bad Homburg, und die Elena Yatsula, Diplom-Klavierpädagogin und Korrepetitorin in mehreren Ensembles. Die beiden interpretierten Werke von Bach (Gambensonate in D-Dur), Beethoven (Sonate Op. 5 Nr. 2 g-Moll) und Brahms (Sonate Op. 38 Nr. 1): „Fabelhafte Melodien aus den Federn der drei großen Bs“, wie Sandra Wintermeyer es formulierte. Von heiteren, lieblich verspielten, manchmal auch zarten, leisen bis hin zu aufbrausend wirkenden Momenten war alles dabei: Ein wahres Feuerwerk der Emotionen, von einer Intensität, wie sie dem Gedenken an Daniel Honsack würdig war.
Abgerundet wurde der musikalische Ohrenschmaus durch das aparte Erscheinungsbild der beiden Musikerinnen in schwarzer schulterfreier Robe. Nichts lenkte das Auge ab von den Interpretinnen und ihrer im warm gedämpften Licht erscheinenden Instrumente. So war das Publikum von Anfang bis Ende hochkonzentriert.
Der Applaus fiel stark aus, und so brachten die Musikerinnen noch eine Zugabe mit dem „Lied ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy für Cello und Piano (D-Dur, Op. 109). Ein gelungener Abschluss eines mehr als gelungenen Konzertabends, bei dem um die 50 Leute den Trausaal füllten: „So voll wie heute war es lange nicht mehr“, darüber freute sich Sandra Wintermeyer sehr.
Am 9. September wird das nächste Konzert stattfinden, „vielleicht gibt es aber auch schon vorher ein besonderes Schmankerl“, verriet sie.

