Wie der Schnabel gewachsen ist
21.01.2012 - NORDENSTADT
Von Sina Schreiner
GEBURTSTAG Der Nordenstadter Handballler und Fastnachter Klaus Bansemir wird 60 Jahre alt
Bei dem Nordenstadter Klaus Bansemir kommt dieser Tage sicherlich keine Langeweile auf. Am nächsten Samstag wird er als Sitzungspräsident in seiner bereits 14. Kampagne die große Fremdensitzung der Fidelen Narren in der Christian-Bücher-Halle eröffnen. Doch zunächst wartet privat ein weiteres wichtiges Ereignis auf ihn: Morgen feiert Bansemir seinen 60. Geburtstag. Es gab schon Jahre, als beide Feierlichkeiten auf ein Datum fielen, da saß er dann an seinem Geburtstag auf der Bühne und leitete die Sitzung. „Das passiert mir aber nicht noch einmal“, sagt der Nordenstadter lachend.
Dank seines vielseitigen ehrenamtlichen Engagements ist Klaus Bansemirs Terminkalender ohnehin stets gut gefüllt. Als er 1980 als Busfahrer bei ESWE anfing, gehörte er der sogenannten „Gruppe 1“ an. Dort war die Mitgliedschaft im betriebseigenen Carneval Club Pflicht. „Wir haben sowieso immer gerne gefeiert“, erinnert sich Bansemir an seine Anfänge. „Ich habe erst ausgeholfen und wurde dann gleich ins Komitee aufgenommen.“ Von 1981 an war er als Regisseur bei den Sitzungen tätig. „Danach bin ich 1990 dann ,verhaftet‘ worden zum Vorsitzenden“, erzählt er mit einem Augenzwinkern, „man vergisst öfter mal nein zu sagen.“ Diese „Haft“ dauert bis heute an.
In der Kampagne 1998/1999 übernahm er dann noch den Posten des Sitzungspräsidenten. Wie man sich in dieser Position zu verhalten hat, das lernte Bansemir sogar in einer Präsidentenschule. „Bei der Aussprache hat das bei mir aber keinen Erfolg gehabt. Ich rede, wie mir der hessische Schnabel gewachsen ist.“
Seine ganz eigene Art ist sicherlich ein Grund dafür, weshalb die Besucher so gerne zu den Sitzungen der Fidelen Narren kommen - ihnen wird eine familiäre und gemütliche Atmosphäre nachgesagt. Auch wenn der Nordenstadter mittlerweile schon Routine in seiner Funktion hat, angespannt ist er an solch einem Abend dennoch immer wieder aufs neue. „Wenn man nicht nervös ist, wäre man sowieso am falschen Platz.“
„Nach der Fastnacht ist vor der Fastnacht“, sagt der Vorsitzende. Das ganze Jahr über sei immer wieder etwas zu organisieren und zu planen. Bansemir findet dennoch die Zeit für seine zweite Leidenschaft, den Handball. Seit 49 Jahren ist er beim TuS Nordenstadt aktiv, begann in der C-Jugend und spielte bis vor neun Jahren noch im Tor mit. „Ich habe von meiner Jugend an immer Handball und auch mal Fußball gespielt“, blickt er auf seine sportliche Laufbahn zurück. Auf der Weihnachtsfeier im vergangenen Jahr wurde er für sein 20-jähriges Engagement als Fachschaftsleiter der Handball-Abteilung geehrt. Seit sieben Jahren ist er zudem verantwortlich für die Geschicke der Männerspielgemeinschaft Nordenstadt/Auringen.
13 Jahre lang engagierte sich Bansemir als Jugendtrainer im TuS. Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm und seiner Frau Elke aus dieser Zeit die jährlichen Ausflüge nach Spanien zu internationalen Turnieren. „Meine Frau und die Söhne mussten immer mit, das war dann unser Urlaub.“

