Sonntag, 12. Februar 2012 07:18 Uhr
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Wiesbadener Tagblatt

Wiesbaden 

Schüler kaufen in Tschechien Waffen

08.03.2010 - WIESBADEN

KLASSENFAHRT Polizei wartet auf den Reisebus

(deg). Mit verbotenen Waffen eingedeckt haben sich mehrere Schüler einer Wiesbadener Berufsschule bei ihrer einwöchigen Klassenfahrt nach Tschechien. Prag war ihr Ziel gewesen. Am zweiten Tag der Klassenfahrt fiel ein Schüler auf, der mit einem Schlagstock hantierte. Der Schlagstock war ihm auf dem Flur aus der Hand gefallen, das Geräusch hatte die Lehrer auf die Waffe aufmerksam werden lassen. Sie hakten nach.

"Ein Zeigestock" sei das, wollte der Schüler ihnen weismachen. Die Waffe wurde konfisziert. Auf der Rückfahrt verdichtete sich für die Lehrer der Verdacht, dass sich weitere Schüler mit derlei Waffen eingedeckt haben könnten. Die Waffen gibt es in Tschechien für ein paar Euro zu kaufen.

Während einer Rastpause in der Nähe von Nürnberg entdeckten die Lehrer im Koffer eines Schülers dann unter anderem zwei Schlagstöcke. Sie entschlossen sich, die Polizei einzuschalten. Der erste Anruf der Lehrer galt der bayerischen Polizei, doch dort schienen die Waffen keinen der Beamten zu interessieren. Nach einer längeren Wartezeit wurde dann die Polizei in Wiesbaden informiert. Informiert wurden auch die 33 Schüler: "Wir fahren nach Wiesbaden zur Polizei", kündigten die Lehrer an.

Drei Stunden nach dem Anruf der Lehrer dirigierte die Polizei gegen 18 Uhr den Bus von der Autobahn in die Calvinstraße und dort auf ein Polizeigelände. Etwa 20 Polizeibeamte standen als Empfangskommando bereit, in einer Halle waren Tische aufgebaut, für die Kontrolle des Gepäcks. Um mögliche Funde im Bus Schülern später zuordnen zu können, wurde zunächst die Sitzordnung im Bild festgehalten. Ein kurzes Gemaule einiger Schüler soll sich schnell gelegt haben, als ihnen der Ernst der Sache vermittelt worden sei. Bei der Durchsuchung des Gepäcks und der Überprüfung von Schülern und Bus wurden die Beamten schnell fündig. Sie fanden Messer, Schlagringe, Teleskopschlagstöcke und auch Pfefferspray, außerdem zwei leere Messerscheiden. insgesamt rund zwei Dutzend Gegenstände. Allein bei einem der Schüler seien drei Schlagringe, zwei Schlagstöcke und ein Messer sichergestellt worden. Einer der Schüler hatte seinen Schlagstock in einem Baguette versteckt. Gegen zehn Schüler im Alter zwischen 16 und 18 Jahren wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Zu den verbotenen Waffen zählen insbesondere auch Butterflymesser, Stahlruten, Totschläger, Schlagringe und verschiedene Ausführungen von Reizgas oder Pfefferspray.


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