Drittes Sozialforum im Roncallihaus überzeugt
hon. "Ein besseres Hessen ist möglich" - davon zumindest sind die Teilnehmer des dritten Hessischen Sozialforums im Roncallihaus überzeugt. Angeboten wurden über 20 Workshops, die sich mit Themen vom Umgang mit Hartz IV über "Armut und Reichtum in Hessen" oder kommunales Wahlrecht für Migranten bis hin zum Umgang mit Neonazis im Rhein-Main-Gebiet befassten. In den Workshops fand die zentrale Arbeit statt, die auch später in konkreten Forderungen ihren Ausdruck fand. Eingerahmt wurden sie von Podiumsdiskussionen mit Vertretern der beteiligten Organisationen. "Leben in, mit und gegen Hartz IV" nannte sich ein Workshop, dessen Teilnehmer anschließend unter anderem die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes forderten. Außerdem sollen nach ihren Vorstellungen die Regelsätze um mindestens 20 Prozent erhöht und eigene Sätze für Kinder eingeführt werden. Auch die "kostenfreie und gesunde Verpflegung" in Schulen und Kindergärten gehörte mit zum Forderungskatalog der Gruppe. Allgemein wurde von den Workshop-Teilnehmern, die sich mit dem Thema "Arbeitsmarkt" beschäftigten ein Mindestlohn von 10 Euro gefordert. In den Bildungs-Workshops wurden Forderungen wie "Gemeinschaftsschule für Alle" und "Mehr Demokratie statt Stärkung der Leitungsebene" erhoben. Außerdem wandten sich die Teilnehmer strikt gegen Studien-und Verwaltungsgebühren an deutschen Hochschulen. Zudem soll das Hochschul-Ranking abgeschafft werden. Den Flughafenausbauplänen in Frankfurt und Kassel wurde eine klare Absage erteilt, ebenfalls dem Bau von Kohlekraftwerken. Gleichzeitig sollen die Atomkraftwerke im Land stillgelegt und erneuerbare Energien gefördert werden. Ein kommunales Wahlrecht für Bürger aus Ländern außerhalb der Europäischen Union liegt den Aktiven ebenso am Herzen wie die Unterbringung von Flüchtlingen in menschenwürdigen Wohnungen anstatt in Lagern. Friedenserziehung soll in Schulen Pflicht werden, wobei sich das Sozialforum dabei auf Artikel 56 der Hessischen Verfassung beruft, in dem Grundsätze der Bildung und Erziehung an Hessens Schulen festgeschrieben sind.

