Projektwoche im Jugendzentrum zu Rassismus und Diskriminierung
nat. Die Jugendlichen kommen aus Deutschland, Syrien, Griechenland oder der Türkei. Viele von ihnen kennen Rassismus und Diskriminierung nicht nur vom Hörensagen. Bei der Projektwoche des Kinder- und Jugendzentrums Biebrich (KJuZ) hatten sie nun die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen in diesen Themen auszutauschen und erstellten einen Regelkatalog, der den Umgang miteinander toleranter gestalten soll. "Früher haben wir uns oft nur zum Spaß beschimpft, ohne zu wissen, was die Wörter eigentlich bedeuten und wie verletzend sie auf andere wirken können", erzählt der 15-jährige Ninib. In den fünf Tagen hatten die Jungen und Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren genug Zeit, sich der Bedeutung der Schimpfwörter bewusst zu werden und lernten in Gesprächen und Rollenspielen, wie sie Konflikte diplomatisch lösen können. "Wir dürfen niemanden wegen seiner Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung beschimpfen und wollen Zivilcourage zeigen, wenn wir intolerantes Verhalten in unserem Umfeld beobachten", zählt Tolga die Punkte des Regelkatalogs auf. Alle Jugendlichen müssen diesen beim Eintritt ins Jugendzentrum unterschreiben. Das KJuZ lege nicht nur im Rahmen der Projektwoche viel Wert auf Toleranz und Gleichberechtigung, betont die Leiterin des Zentrums, Gabi Reiter. Diese Werte würden bei allen Aktivitäten, seien es Spieleabende, Ausflüge oder Freizeiten, geprägt. Nun liege es aber an den Jugendlichen, das Gelernte zu verinnerlichen und im Privatleben anzuwenden. Die 14-jährige Salbi hat sich fest vorgenommen: "Ich werde meine Freunde von nun an immer ermahnen, wenn sie sich meiner Meinung nach unsozial verhalten".

