mag. Kulturdezernentin Rita Thies (Grüne), die am Dienstag noch jede Stellungnahme zu den Beschäftigungsverhältnissen im Stadtarchiv mit dem Hinweis auf "Personalangelegenheiten" abgelehnt und Archivdirektorin Brigitte Streich einen Maulkorb verpasst hatte, reagierte gestern per Presseerklärung auf die Vorgänge. Wie berichtet, bedienen seit mehreren Jahren zwei Ein-Euro-Jobber das städtische Multimediaarchiv, was offenbar nicht den Vorschriften der Hartz IV-Gesetze entspricht, also illegal ist. Thies meldete sich in der Erklärung allerdings nicht selbst zu Wort, sondern schickte ihren Kulturamtsleiter Arno Fischer und Brigitte Streich vor, um, wie es hieß, dem "Eindruck" entgegenzuwirken, dem Ein-Euro-Jobber Wilfried Lüderitz seien "hochwertige Aufgaben übertragen worden". "Dies ist nicht der Fall", stellen Streich und Fischer fest. Sie bescheinigen Wilfried Lüderitz aber, "die Bearbeitung von Publikumswünschen erfüllt" zu haben und stellen fest, dass Lüderitz auch "noch andere Tätigkeiten" im Archiv ausgeübt hat. Was nicht in der Presseerklärung steht: Zu Lüderitz´ Tätigkeiten gehörte auch die technische und grafische Aufbereitung von Ausstellungen wie zuletzt über "Kuriosa im Stadtarchiv", die Lüderitz mit einer freien Kuratorin auf die Beine gestellt hatte.

