Glücksbringer besuchen Patienten: Schornsteinfeger in den HSK in Wiesbaden
03.01.2011 - WIESBADEN
Von Thomas Karschny
Silvester 2010 - wieder einmal geht ein ereignisreiches Jahr seinem Ende entgegen. Während allerorten bereits Vorbereitungen für die entsprechenden Partys laufen, Feuerwerkskörper und Sekt eingekauft werden, und allgemeine Feierstimmung herrscht, müssen andere die Jahreswende leider im Krankenhaus verbringen. In den Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) weiß man an dieser Stelle Abhilfe zu leisten. Hier sorgen zur Jahreswende Schornsteinfeger für Frohsinn im Hause.
Bereits zum 26. Mal sind die Herren in Schwarz hier am letzten Tag im Jahr zu Gast, überbringen Glückspfennige, Teddybären in Schornsteinfeger-Kluft, Süßigkeiten und kleine Schornsteinfeger-Miniaturen an die Patienten. „Das ist eine echt sehr schöne Tradition bei uns. Die Patienten sind sehr erfreut. Es ist immer wieder eine kleine Überraschung“, erzählt Pflegedirektorin Jutta Killgen.
„Entstanden ist das Ganze, als einst die Ehefrau von einem unserer Kollegen die Jahreswende im Krankenhaus verbringen musste“, erinnert sich Michael Macoun. Dem Bezirksschornsteinfegermeister aus Wiesbaden gefällt die alljährliche Glücksbringeraktion. „Deshalb bin ich auch jedes Jahr wieder mit dabei. Bisher gab es nur positive Reaktionen“, so Macoun über den gemeinsamen Auftritt, an dem er zusammen mit seinen Kollegen - natürlich in fachgerechter schwarzer Garderobe mit Zylinder - teilnimmt.
Kinderlächeln als Erfolgserlebnis
Wie in jedem Jahr geht es auch an diesem Tag zuerst in die Kinderklinik. Die kleine Stefanie weiß gar nicht, was sie sagen soll, als man ihr einen kleinen Plüsch-Teddy überreicht. Die Überraschung ist perfekt. Auch die erst zweijährige Paula, eben noch in das Spiel mit ihren Bauklötzen vertieft, freut sich wie ein Schneekönig über ein kleines Überraschungs-Ei. Solch kleine Erfolgserlebnisse erfreuen auch die „Glücksbringer“ selbst. „Es ist schön, wenn man den Kindern ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern kann“, erzählt Schornsteinfegermeister Manuel Lemp.
Als nächstes geht es auf die Dialysestation. Hier wird die Schornsteinfeger-Truppe bereits erwartet. „Herzlich willkommen auch in diesem Jahr“, heißt Regina Hirsch die Herren in Schwarz bereits auf dem Flur entgegen. Gemeinsam stößt man - auch das ist hier seit vielen Jahren eine gute Tradition - mit einem Glas Sekt an. „Viele Patienten freuen sich bereits im Voraus auf den Besuch“, weiß die stellvertretende Stationsleiterin. „Wir würden uns auf alle Fälle sehr freuen, wenn dieser gute Brauch auch in Zukunft beibehalten würde.“
Wer einen Schornsteinfeger berührt hat Glück im neuen Jahr - so sagt es ein alter volkstümlicher Aberglaube, der noch aus dem Mittelalter stammt. Die aus den Schloten austretende glühende Asche war zu jener Zeit eine große Gefahr für die damals meist mit Stroh gedeckten Holzhäuser. Nur der Schornsteinfeger konnte die Brandgefahr durch das Reinigen des Rauchabzugs bannen und brachte den Bewohnern somit Glück für Hab und Gut.

