Wenn Geld fürs Futter fehlt - Tiertafel soll in Wiesbaden Abhilfe schaffen
19.10.2010 - WIESBADEN
Von Julia Anderton
Bezugs- und Liebesobjekt
Der Wiesbadener Psychologe Dr. Holger Schlageter weiß, wie eng eine Bindung zwischen Mensch und Tier ausfallen kann. „Haustiere sind Bezugs- und Liebesobjekte. Deren Verlust kann psychologisch so ernst sein wie der Tod eines geliebten Menschen.“ Christel Van den Berghe sieht das ähnlich. „Das Tier bietet eine verantwortungsvolle Aufgabe, hilft bei der Tagesstrukturierung, hebt die Stimmung und spendet bedingungslose Zuneigung. Dieser positive Effekt wird gerne therapeutisch genutzt, insbesondere in der Depressionsbehandlung“, sagt die Wiesbadener Psychologin.
Sozialdezernent Arno Goßmann (SPD) befürwortet generell die Tiertafel: „Wir haben zwar bislang nicht festgestellt, dass hier ein Riesenproblem besteht, aber im Einzelfall könnte die Abgabe eines Tieres wohl durchaus verhindert werden.“ Er wünscht sich allerdings, dass die Organisatoren auch eine gewisse Kontroll- und Beratungsfunktion gegenüber den Haltern einnehmen, um bei der Anschaffung eines (weiteren) Haustieres dessen Haltungskosten zu verdeutlichen und mögliche Probleme, wie etwa mit Vermietern, anzusprechen.
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