Verfahren gegen Lehrer der Albrecht-Dürer-Schule in Wiesbaden läuft
09.09.2010 - WIESBADEN
An der Albrecht-Dürer-Schule herrscht große Aufregung: Gegen einen der Lehrer liegt eine Anzeige vor, der Pädagoge wird diverser Übergriffe auf Schülerinnen und Schüler bezichtigt. Bei der Polizei läuft ein Verfahren wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs, in den Vorwürfen ist auch Rede von angeblicher Misshandlung Schutzbefohlener. Der Lehrer sei in jeglicher Hinsicht für den Beruf ungeeignet, so der Vorwurf. Das Staatliche Schulamt ist informiert, ebenso das Kultusministerium. Der Lehrer ist zurzeit krank. Es zeichnet sich ab, dass er auch bei einem aus seiner Sicht günstigen Verlauf aller Ermittlungen nicht mehr an die Realschule zurückkehrt.
Am Montag beschäftigte sich ein kurzfristig anberaumter Elternabend in einer der achten Klassen mit dem Thema. Die Eltern seien sehr beunruhigt und aufgebracht gewesen, schildert ein Teilnehmer. Zumal sich der Eindruck eingeschlichen habe, dass die Schulleitung nicht mit Nachdruck um Aufklärung bemüht sei. „Ein solcher Eindruck ist falsch“, sagt Ute Schmidt, Leiterin des Staatlichen Schulamtes. Die Schulleiterin habe bei Bekanntwerden der Hinweise korrekt reagiert. Mit Blick auf das laufende Verfahren will sich Schmidt nicht weiter äußern. Mögliche disziplinarrechtliche Maßnahmen sind bis zum Abschluss der polizeilichen Ermittlungen zurückgestellt.
Am Mittwoch sollten mit einem Brief alle Eltern der rund 500 Schüler informiert werden, verbunden mit der Bitte, Hinweise – falls vorhanden – zur Aufklärung beizusteuern. Das bisher konkret Bekannte indes soll sich bei den behaupteten sexuellen Belästigungen „unterhalb des Strafbaren“ bewegen. Der Lehrer soll sich mit jetzigem Kenntnisstand sieben Schülerinnen, ein Vater spricht von elf, gegenüber in einer Weise verhalten haben, die keinesfalls hinnehmbar sei: Einer Schülerin soll er den Arm um die Schulter gelegt und dem Mädchen in den Ausschnitt geguckt haben, wird behauptet. Einer anderen soll er über den Rücken gestreichelt und angeblich am BH genestelt haben. Auch ein Griff in den Schritt eines Mädchens im Sportunterricht wird berichtet.
Abreibung in der Pause
Die Polizei hat noch keines der Kinder befragt. Im Unterschied zu dem Vater, der den Stein ins Rollen gebracht hat. Ob das Geschilderte zutreffe, müsste jetzt geprüft werden, so der Vater. Sexueller Missbrauch“, so stellt er am Mittwoch klar, „das wäre viel zu hoch gegriffen“. An andere Eltern hat er formuliert: „Bitte beachten Sie, dass dies zum momentanen Zeitpunkt noch keine bewiesenen Fakten sind!“
Abseits der behaupteten sexuellen Belästigungen werden weitere pädagogische Verfehlungen des Lehrers gesammelt. Bloßstellen vor der Klasse wird aufgelistet, oder dass ihn ein Schüler habe Huckepack tragen müssen. Dass er, was wiederholt vorgekommen sein soll, Schüler am Kragen gepackt habe, ließ sich ein Schüler im Juni 2009 nicht gefallen. Er schickte seinen Bruder los, der in einer Pause dem Lehrer eine Abreibung verpasste.

