Erfolg durch kleine Schritte
06.09.2010 - WIESBADEN
Von Anja Baumgart-Pietsch
LAUFSCHULE Eigenverantwortung im Trainingsplan
Langsam wird’s ernst. Nach der Sommerpause mit eigenverantwortlichem Training traf sich nun die AOK-Laufgruppe, die das Tagblatt begleitet, mit Trainerin Michaela Hanson zum ersten Mal wieder, um auf die Zielgerade einzubiegen: Am 31. Oktober soll als Krönung des Projektes der Frankfurt-Marathon bewältigt werden. Nicht die ganzen 42 Kilometer freilich, sondern eingeteilt in Staffelläufe von 6, 10, 12 und 14 Kilometern. Für diese Strecken mussten sich nun die Teilnehmer festlegen.
Auch die drei Tagblatt-Gewinner Benedikt Rammrath, Ingrid Hartwich und Karin De Priest: Die beiden Frauen werden sich an die zehn Kilometer wagen, Rammrath hat sich für die kürzeste Strecke entschieden. „Er kam nicht ganz so zum Training während der Sommerpause und muss nun noch eine Schippe drauflegen“, sagt Michaela Hanson.
Der harte Kern der Gruppe traf sich im August weiter zum Mittwochslauf im Nerotal, „ich hatte ja so meine Zweifel, aber sie haben es wirklich fast alle hinbekommen“; meint die Trainerin erfreut. Zweimal Laufen pro Woche muss es schon sein, um das Ziel dann fit und vorbereitet angehen zu können.
Auch im September und Oktober ist also Eigenmotivation gefragt, denn die offiziellen Treffen finden nun nicht mehr jede Woche statt. „Das war ja auch der Sinn: Die Teilnehmer zu Eigenverantwortung zu motivieren, dass sie eben das Laufen von selbst als Bestandteil ihrer Woche integrieren“, sagt Hanson. Und nicht nur das Laufen: Gezielte Kräftigungsübungen sind gefragt, zum Beispiel mit dem Thera-Band, um die Muskulatur fit zu machen. „Das ist genauso wichtig wie das Konditionstraining“, so Michaela Hanson, die ihrer Gruppe jetzt noch einmal die wichtigsten Übungen gezeigt hat und sie daran erinnert, dass sie diese regelmäßig daheim durchführen.
Auf dem Programm vergangener Woche stand weiterhin ein Schrittfrequenztest, denn das Lauftempo soll idealerweise durch schnelle, kleine Schritte erhöht werden und nicht, wie es die meisten machen, durch besonders lange Schritte. Dazu suchte die Gruppe den Sportplatz Kleinfeldchen auf, der nun weiterhin die Kulisse der Übungsstunden bilden wird. Ins Nerotal geht es also nicht mehr - zumindest nicht mit der Trainerin, aber auf eigene Faust wollen sich die Teilnehmer weiter dort treffen, denn es bietet ideale Bedingungen zum Laufen.
Auch eine neue Videoanalyse zur Haltungsüberprüfung hat Michaela Hanson gemacht, sie mit den vor zwei Monaten gedrehten Aufnahmen verglichen und ist zufrieden: „Die Technik ist bei allen gut, da hat sich über die Sommerpause nichts Negatives eingeschliffen“. Im Gegenteil: „Alles hat sich gut stabilisiert“.
Bis zum 31. Oktober sind noch einige Treffen in größeren Abständen vorgesehen, bei denen es dann wieder um Schrittfrequenzen, Lauftechnik und Durchhaltetipps gehen wird. Aber vor allem ist jetzt das eigenverantwortliche Training wichtig, wie Michaela Hanson sagt: „Das muss jetzt in der letzten Phase noch etwas intensiver werden“.
Die Marathonveranstaltung selbst, so hat sie beobachtet, „nimmt die Gruppe bis jetzt noch ganz locker“ - Nervosität ist nicht festzustellen. Eher Vorfreude auf den großen Event am 31. Oktober in Frankfurt.

