Auch Hunde sollen fit sein
22.03.2010 - WIESBADEN
Von Angelika Eder
VERBAND Tag der offenen Tür ist für die Vierbeiner ein großes Fest
Hundegebell in allen Tonlagen weist am Siegfriedring sicher den Weg: Die Wiesbadener Ortsgruppe des Internationalen Rasse-Jagd-Gebrauchshunde-Verbandes (IRJGV) hat zum Tag der offenen Tür eingeladen. Und der ist schon kurz nach Öffnung der Geländepforten gut besucht, auch die Vorführungen laufen bereits.
Beim ersten Programmpunkt zeigen Teilnehmer des Kurses "Work & Fun" ihr Können auf einem Parcours mit Tunnel, Trampolin, A-Wand, Steg, Hürden und Reifen. Hier gehe es nicht um Drill, sondern vor allem darum, dass Vier- und Zweibeiner miteinander Spaß hätten, erklärt der Zweite Vereinsvorsitzende Stefan Köder. Der Effekt der Übungen sei jedoch sehr viel weitreichender: Das Tier müsse körperlich und geistig ausgelastet sein, denn anders als früher werde es nicht mehr nur als Hofhund gehalten, sondern in die Familie integriert. "Also ist auch die Bindung zum Herrchen größer, und so müssen wir uns für die Tiere ein bisschen interessanter machen."
Wie das funktioniert, hat die elfjährige Michelle verstanden. Sie übt seit einem Jahr zweimal pro Woche mit Pudel Gloria und kann als Agility-Spezialistin den Hindernislauf mit ihrem schwarzen Wuschel furios absolvieren. Besonderer Aufmerksamkeit erfreut sich auch die Old English Bulldog Nele: Obwohl nicht gerade von elfenhafter Statur, überzeugt sie auf dem Platz mit Wendig- und Geschwindigkeit. Vor dem Zaun wartet derweil der zerbrechlich wirkende Bodengo auf seinen Start im Wettrennen: Frauchen fürchtet aufgrund des einsetzenden Regens, den der spanische Vierbeiner verabscheue, dessen schlechtes Abschneiden. Doch Aniagua, aus Teneriffa geholt und in Wiesbaden hochgepäppelt, gewinnt den Zweikampf.
Auf den überdachten Bänken vor dem Zaun tauschen sich Zweibeiner in wechselnder Besetzung über Vorlieben und Macken ihrer Vierbeiner aus. Besucher kommen hier voll auf ihre Kosten: dank der Vielfalt unterschiedlichster Hunderassen: Von Dackel über belgischen Schäferhund und Labrador bis Beagle, Samojede und Terrier ist alles vertreten. Und allein ein Blick in das drollige - ein wenig an den englischen Politiker Sir Winston Churchill erinnernde - Gesicht der weißen Nele erweist sich als ein Highlight des Tages: Die weißhaarige Engländerin genießt es im Mittelpunkt zu stehen.
Höhepunkt der Darbietungen ist das Dog-Frisbee von Stefan Köder und seinem Schäferhund Shadow. Der 28 Kilogramm schwere Hund läuft dabei rückwärts auf zwei Beinen oder springt seinem Herrchen wie ein Schoßhund in die Arme: Die zwei Spezialisten nahmen auch schon an Deutschen und Europa-Meisterschaften teil. Da wird, wer zu Hause einen sturen Hund hat, der lieber seinen Menschen bewegt, als sich von ihm bewegen zu lassen, richtig neidisch!

