Von Thorsten Glesmer
Verein Hoffnungsfunke leistet für die Bergvölker in Thailand besondere Entwicklungshilfe
Der im Jahre 1995 gegründete Verein Hoffnungsfunke kann derzeit auf 20 Vollmitglieder und "500 bis 1000 Freunde des Vereins" zählen, berichtet der Erste Vorsitzende Friedrich-Karl Otto. Zusammen mit Günter Oppermann leistet er Entwicklungshilfe in Thailand und sorgt dafür, dass einige ihrer Schützlinge sogar das College besuchen.
Der Satz, "im Wesentlichen sind wir in Thailand tätig und kümmern uns um die Kinder der Bergvölker" ist schnell ausgesprochen, dennoch verbirgt sich dahinter ein humanitärer Auftrag und beachtlicher Aufwand, der seinesgleichen sucht. Als Günter Oppermann, Zweiter Vorsitzender und Initiator des Vereins, das erste Mal auf Reisen in Thailand war und die Bergvölker entdeckte, wurde seine Motivation geweckt und er beschloss, fortan den aus den umliegenden Ländern Südostasiens nach Thailand geflohenen Menschen aktiv zu helfen. Zunächst gründete er einen Freundeskreis und baute diesen kontinuierlich auf. Mit den hierdurch zur Verfügung gestellten Mitteln wurden in den Anfängen einzelne Familien versorgt. "Um die Bergvölker kümmert sich ja keiner. Auch bei größter Kälte leben sie in Bretterverschlägen und sind auf sich alleine gestellt", berichtet Friedrich-Karl Otto. Zusammen mit seinem Studienfreund Günter Oppermann, den er "länger als 40 Jahre kennt", betreibt der Wiesbadener das Hilfsprojekt. Während der Initiator des Vereins vor fünf Jahren das Pendeln zwischen Deutschland und Thailand aufgab und ganz in das Königreich übersiedelte, "hält Otto hier die Stellung" und kümmert sich um organisatorische Belange. "Als wichtigstes Projekt haben wir von Spendengeldern und Mitgliedsbeiträgen ein Kinderheim vor Ort gebaut", erzählt Friedrich-Karl Otto stolz. 140 Kinder werden hier nach der endgültigen Fertigstellung des Heims im März 2009 ein Zuhause finden. 200 weitere stehen für die Zeit nach dem angedachten zweiten Bauabschnitt bereits auf der Warteliste. Allerdings sei es mit einem Dach über dem Kopf noch lange nicht getan, betont Otto. "Die Kinder müssen auch ernährt werden. Außerdem unterstützen wir mit den zur Verfügung gestellten Geldern eine thailändische Familie, die 25 Kinder der Bergvölker bei sich aufgenommen hat", erzählt er. Als Ziel der Initiative nennt der Erste Vorsitzende die "Förderung vom Kinderheim bis an das College". Auch mit Hilfe der Patenschaften sei es bislang gelungen, fünf Collegeabsolventen der im Norden des Landes gelegenen Hochschule von Chiang May hervorzubringen. "30 Euro im Monat reichen vollkommen aus, um die Kinder gut zu versorgen", bewirbt Helfer Otto die Aktion der Nächstenliebe. Viele Paten, die sich über das Internet oder persönlich bei den Vereinsvertretern anmeldeten, pflegen darüber hinaus einen regen Kontakt mit ihren Schützlingen und besuchen sie vor Ort. "Wenn die Leute dorthin gehen und sehen, wie die Menschen leben und was das Geld für sie tun kann, spenden sie auch intensiver", weiß der seit 1998 dem Verein angehörende Otto zu berichten. "Bei uns gibt es auch keine Weihnachtsaktionen mit weinenden Kindern. Wir haben nur glückliche Kinder, denen geholfen wurde und wir laden jeden sehr herzlich dazu ein, sich selbst ein Bild von der Lage in Thailand zu machen". Zu Christi Himmelfahrt des kommenden Jahres wird Friedrich-Karl Otto zum ersten Mal selbst nach Thailand reisen. "Bisher musste ich hier in Deutschland alles organisieren. Im nächsten Jahr habe ich aber endlich einmal die Zeit, selbst nach Thailand zu unseren betreuten Kindern zu fliegen", freut er sich. Ganz gespannt ist er bereits jetzt auf das Kinderheim und das College in Chiang Mai, da er beides bislang nur von Bildern und aus dem Internet kennt. "Die Bildung ist der Schlüssel zu einem besseren Leben für die Menschen. Wir versuchen, ihnen diesen Weg zu ermöglichen und für die Zukunft mitzugeben, damit sie in keine Abhängigkeit geraten", weiß er um die Wichtigkeit und den Wert der geleisteten Arbeit. "Es ist unsere feste Einstellung und Überzeugung, dass wir den Leuten helfen möchten, ihren eigenen und unabhängigen Weg im Leben zu gehen. Allerdings können wir hierfür nur die Grundvoraussetzungen schaffen. Egal was man macht, man macht immer zu wenig", bilanziert er realistisch und bescheiden. Umso größer sei jedoch die Freude, wenn Friedrich-Karl Otto "Erfolgsmeldungen" aus Thailand zu hören bekommt. "Wenn Menschen einen Weg gegangen sind, den sie aus eigener Kraft nicht geschafft hätten, sind sie überaus dankbar", sagt der seit drei Jahren dem Verein vorstehende studierte Theologe und Psychologe. "Manche versuchen sogar, sich im Internet live auf Deutsch zu bedanken. Allerdings ist das immer recht amüsant. Englisch können die Boys vom College viel besser", lacht der engagierte Helfer.

