Von Katja Rietze
Finalisten des Political Rap Contest 2009 stehen fest / Nur ein Wiesbadener dabei
WIESBADEN Die Jury hat die fünf Finalisten des Political Rap Contest 2009 ausgewählt. Am 23. Januar kämpfen sie vor Jury und Publikum im Kulturpalast um den Hauptpreis: ein Auftritt bei Folklore 2009.
"Daneben" aus Selters, "Randgruppe" aus Frankfurt, "Aeroe" aus Bad Nauheim und "Phobie Five" aus Wiesbaden sind im Finale des Political Rap Contest 2009, dessen Medienpartner der Wiesbadener Kurier ist. Das hat die siebenköpfige Jury jetzt beschlossen. Die vier Rapper werden am 23. Januar im Finale im Kulturpalast vor Jury und Publikum um den Sieg und damit um den Auftritt bei Folklore 2009 kämpfen. Und weil "Buddy Becks" aus Mainz in der Gesamtwertung nur drei Punkte hinter dem Viertplatzierten aus Wiesbaden lag, hat sich die Jury dazu entschlossen, fünf Finalisten zuzulassen. Überzeugt hatte "Daneben" die Jury mit "Wer, wenn nicht wir", Randgruppe hatte "Augen auf" eingereicht, Aero den Track "Leb dein Leben", Phobie5 "Gute Nacht" und Buddy Becks "Heute ist wie gestern". 22 Nachwuchsrapper aus Wiesbaden und Umgebung hatten sich mit je zwei Tracks beim Medienzentrum, das den Contest in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt veranstaltet, beworben. Nur etwa ein Viertel der 16- bis 27-Jährigen kommt aus Wiesbaden. Mindestens einer der Tracks musste politisch sein; das Motto des diesjährigen Contests ist "Words of Justice". Die Juroren bewerteten in zwei Hördurchläufen Text, Beat und Style der Stücke. Die Höchstpunktzahl lag beim Text bei 15, bei Beat und Style bei je zehn Punkten. "Damit wollen wir auch jungen Rappern, die noch keine Möglichkeit haben, ihre Tracks professionell abmischen zu lassen, auch eine Chance geben", sagte Maria Weyer vom Medienzentrum. Außerdem sei der Text das Kriterium für einen politischen Track. Ein hohes Niveau erreichten die eingereichten Stücke in diesem Jahr, da war sich die Jury, bestehend aus Daniela Karlowski vom Amt für Soziale Arbeit, Boris Mayer, Macher der Radioshow "HipHopCulture", Katja Miorin von wiesbaden.eins.de, Katja Rietze aus der Kurier-Redaktion, V-Acht von der Wiesbadener HipHop-Crew WBN-Squad und Tontechniker und Produzent Normanbeats alias Norman Schröter, schnell einig. Für den Frankfurter Rapper D-Flame sprang sein Tourmanager Mohamed Ezarzar ein. D-Flame konnte wegen eines Autounfalls nicht an der vierstündigen Sitzung teilnehmen. Der Krieg im Irak, soziale Ungerechtigkeit in Deutschland, die Hungersnöte in der Dritten Welt, der Kampf ums Öl, Rassismus, Egoismus oder Politikverdrossenheit besonders nach dem Wahldebakel in Hessen waren nur einige der Themen, die die Rapper thematisierten. Ermittelt wurden die Sieger über die Gesamtpunktzahl, wobei die Bewertungen der anonymen Tracks von Jury-Mitglied zu Jury-Mitglied sehr unterschiedlich ausfallen konnten. Außer Konkurrenz lief der Track "Wo bleibt die Gerechtigkeit?" des Rappers Kons T. Er ist schwer behindert und Schüler der Bodelschwingh-Schule. Er soll nun die Möglichkeit bekommen, einen Videoclip zu drehen. Ausgeschieden waren unter anderem jugendliche Insassen der Justizvollzugsanstalt mit ihrem Track "Words for Justice". Als Sechsplatzierte sind die beiden Wiesbadener D-MarX und Stealy Dan mit ihrem Track "Was ist schon Gerechtigkeit?" nur knapp an einem Platz im Finale vorbeigerutscht. Das Finale des Political Rap Contest 2009 findet am Freitag, 23. Januar, um 21 Uhr im Kulturpalast, Saalgasse, statt. Der Eintritt kostet ein Euro. Jury und Publikum bewerten die Finalisten gemeinsam.

