Von Martin Kolbus
Votum für den Erhalt aller Bildungsgänge / Gymnasiale Oberstufe am Taubenberg / Der Kreistag entscheidet in den kommenden Wochen
Das Mediationsverfahren zur Situation der Idsteiner Schullandschaft ist abgeschlossen. Unterm Strich stärkt das Ergebnis den Bestand der Idsteiner Limesschule. Von einem "Auslaufmodell" ist, anders als noch vor einem Jahr, überhaupt nicht mehr die Rede. Jetzt werden die Gremien des Kreises über die Vereinbarungen im Mediationsforum und über die Schulentwicklungsplanung im östlichen Untertaunus zu entscheiden haben. Zehn Monate ist es her, dass rund tausend Schüler und Eltern in Idstein leidenschaftlich gegen die Absicht demonstrierten, die Limesschule in den Bereichen Haupt- und Realschule aufzulösen und die Schülerströme in Richtung Niedernhausen zu lenken. Der Sturm der Entrüstung führte dazu, dass der Kreistag wenige Tage später dem Wunsch von Eltern und Schülern folgte und ein Mediationsforum installierte, dem - unter Vorsitz der früheren Wiesbadener Schuldezernentin Margarethe Goldmann - die politischen Vertreter des Kreises, der Gemeinden im Idsteiner Land, der Schulen und der Elternschaft angehören. Am Mittwoch verkündete Margarethe Goldmann im öffentlichen Kreisschulausschuss das Ergebnis der Mediation. "Die Schullandschaft im Idsteiner Land soll", so die Formulierung im Forum, "in ihrer Vielfalt erhalten bleiben und erweitert werden." Konkret: "Die Integrierte Gesamtschule Wallrabenstein, die Theißtalschule Niedernhausen, die Limesschule Idstein und das Pestalozzigymnasium in Idstein behalten ihre bisherigen Bildungsgänge im Bereich Sekundarstufe 1." Damit wäre, folgt die Politik dieser Zielsetzung, ein Abkoppeln des Haupt- und Realschulbereichs von der Limesschule vom Tisch. Diese Entscheidung war mit 19 gegen zwei Stimmen (bei wenigen Enthaltungen) im Forum ebenso wenig umstritten wie die Notwendigkeit, mit dem Schuljahr 2009/2010 eine weitere Sekundarstufe II (gymnasiales Angebot ab 10. Schuljahr) zu schaffen. Diese Entlastung des Pestalozzi-Gymnasiums erscheint unumgänglich, "um das Verhältnis zwischen vorhandenen Räumen, Schulorganisation und pädagogischer Qualität am Pestalozzi-Gymnasium langfristig im Gleichgewicht zu halten". Landrat Burkhard Albers: "Dass eine zweite gymnasiale Oberstufe im Idsteiner Land erforderlich ist, ist allen Beteiligten klar. Der Dissens beginnt bei der Frage, wo diese Oberstufe eingerichtet wird: In Idstein an der Limesschule oder in Niedernhausen." Tatsächlich votierten vierzehn Mitglieder im Forum für den Standort an der Limesschule und acht für den Standort Theißtalschule Niedernhausen (eine Enthaltung). An diese Entscheidung knüpft sich nach Albers´ Ansicht die Frage, wie eine solche Entscheidung auf die Schullandschaft in Niedernhausen und Idstein auswirken. Für den Landrat steht fest, dass sich mit einer Entscheidung für Idstein die Limesschule künftig stärker als eine gymnasial geprägte Gesamtschule darstellen würde, als dies heute der Fall sei. Vor allem müsse darüber gesprochen werden, welche Herausforderungen dann auf die Theißtalschule zukämen und wie diese zu lösen seien. Gleichzeitig betont Albers, dass er zu seiner Aussage stehe, die Mediationsergebnisse umgehend umzusetzen und - die entsprechenden Kreistagsbeschlüsse vorausgesetzt - auch die Mittel für die PSI-Erweiterung einzusetzen. Teile des Geldes müssten dann für die Oberstufe an der Limesschule Verwendung finden. Zum weiteren Verfahren gab Albers an, dass man sich darauf geeinigt habe, die schulpolitischen Vertreter des Kreises zusammenzurufen, um das Ergebnis der Mediation jetzt in Beschlussempfehlungen an die Kreistagsgremien umzumünzen.

