Bürgern einen Stempel aufdrücken
31.05.2011 - WIESBADEN
Von Anja Baumgart-Pietsch
FREIWILLIGENTAG Organisatoren suchen Mitstreiter
Es kann losgehen. Ab sofort sind Anmeldungen für den Freiwilligentag am 10. September, den ein studentisches Team an der Hochschule Rhein-Main vorbereitet, auf der Website möglich. Über ein Dutzend Projekte sind dort bereits beschrieben, doppelt so viele Anmeldungen hat das Team schon erhalten.
„Wir brauchen mindestens 150 engagierte Wiesbadenerinnen und Wiesbadener“, hofft Studentin Kristina Kriegel. Die können sich aus einer ganzen Palette an spannenden Projekten das Passende heraussuchen.
Man kann mit alten Menschen wie mit Kindern, mit behinderten Erwachsenen oder auch am Computer arbeiten. Schulen, Altenheime oder Behinderteneinrichtungen, Kitas, das Tierheim oder das Aktive Museum deutsch-jüdischer Geschichte: Alle bieten den „Eintagshelden“, so der Slogan dieses Jahres, einen interessanten, lehrreichen, kontaktintensiven Tag an und möchten sie im Idealfall auch dafür gewinnen, weiter ehrenamtliche Tätigkeiten auszuüben. Denn ein Tag praktisches „Hineinschnuppern“ kann bei vielen Schwellenängste abbauen. Natürlich sind für den 10. September jeweils ganz besondere Projekte vorgesehen. So soll beispielsweise an der Erbenheimer Hermann-Ehlers-Schule eine triste Betonmauer ein buntes Wandbild erhalten, die Bleichstraße wird herausgeputzt - in Zusammenarbeit mit Vereinen und Gewerbetreibenden.
Historisch Interessierte können beim Aktiven Museum bei einem Datenbankabgleich zu den „Stolpersteinen“ in der Geschichte ihrer Heimatstadt recherchieren. Im Gräselberg wird ein Barfußpfad angelegt, das Volksbildungswerk Klarenthal möchte ein Kinderfest mit „historischen“ Spielen veranstalten und sucht Helfer, die die Spiele vielleicht aus ihrer eigenen Kindheit noch kennen.
Behinderte Menschen aus dem Christian-Groh-Haus möchten gerne die Bundesgartenschau in Koblenz besuchen und brauchen dafür viele Helfer. Beim Frauengesundheitszentrum „Sirona“ muss das Treppenhaus renoviert werden und die Bewohner des Seniorenheims für Blinde und Sehende würden gerne auf dem Neroberg ein Picknick machen.
Die Biebricher Fluxusschule bekommt eine Kräuterspirale für den Schulgarten, bei der Aids-Hilfe wird ebenfalls renoviert und im Tierheim gibt es ganz unterschiedliche Dinge zu tun. „Es müsste für jeden etwas dabei sein“, hofft Franziska Müller vom Projektteam auf viele engagierte Menschen. Im letzten Jahr habe es aus den Reihen der Freiwilligen den Wunsch gegeben, mehr mit den Bewohnern der einzelnen Einrichtungen gemeinsam zu machen und nicht nur vorrangig handwerkliche Tätigkeiten auszuführen. Dem wurde in diesem Jahr Rechnung getragen. „Bei den meisten Projekten dürfte ein gutes Kennenlernen möglich sein - und das ist ja auch sinnvoll, um für ein längerfristiges Ehrenamt Interesse zu wecken“, meint Kristina Kriegel.
Viele Einrichtungen waren im vergangenen Jahr bereits dabei, „aber einige sind auch ganz neu: viele Schulen und Kitas haben sich dieses Mal gemeldet“, freut sich Franziska Müller. Es können sich auch nach wie vor Einrichtungen melden, die ein Projekt verwirklichen möchten.
Das Studierenden-Team hat in den vergangenen Wochen aber nicht nur die Projekte ausgesucht und die Website gestaltet. Auch Werbemaßnahmen und die dazugehörigen Sponsoren wurden akquiriert. Durch diese ist der Druck von Flyern möglich, die die Studenten in den kommenden Wochen auf Wiesbadener Festen verteilen werden. Gekleidet in T-Shirts mit dem Logo des Freiwilligentages, einem roten Kreis, werden sie unterwegs sein und für ihre Aktion werben. Vielleicht sogar ganz „eindrucksvoll“: „Wir möchten Stempel mitnehmen und den Leuten unsere Webadresse auf die Hände drücken, damit sie zu Hause gleich nachgucken können, welches Projekt sie interessiert“, sagt Kristina Kriegel.

