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Wiesbaden 

Musik mit heilender Wirkung

08.02.2011 - WIESBADEN

Von Victoria Grimm

KLINIKFUNK Am 9. Februar vor 25 Jahren ging das Radio für die Patienten in den HSK erstmals auf Sendung

Morgen feiert der Patientensender Radio Klinikfunk ein Jubiläum. Denn am 9. Februar 1986 ging er zum allerersten Male in den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken auf Sendung. Anfang der 80er Jahre brachte Hans-Gero von Gersdorff die Idee zu dem Patientensender aus Bielefeld mit, wo es einen solchen Klinikfunk bereits gab. So gründete er vor genau 30 Jahren den ehrenamtlichen Verein Radio Klinikfunk Wiesbaden. Neben dem Sendejubiläum wird der Sender also im Mai dieses Jahres ein zweites Jubiläum begehen.

Vorne ins Rathaus rein und hinten wieder raus

Seit der Gründung 1981 trieb von Gersdorff die Suche nach einem Standort für den Sender voran. „Er ist vorne ins Rathaus rein und hinten wieder rausgeschmissen worden“, erzählt Micha Spannaus, der Pressesprecher des Klinikfunks. Denn damals waren die Kliniken noch ein rein städtischer Betrieb, weshalb die Stadt zuerst darüber entscheiden musste, ob der Verein in der HSK auf Sendung gehen kann. Doch schließlich, nach fünf Jahren, stimmte die Stadt zu und der Radio Klinikfunk konnte zunächst im Keller der HSK den Sendebetrieb aufnehmen. 1993 zog der Verein um und verlagerte sein Studio auf das Dach der Klinik.

Seitdem senden die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus vier handelsüblichen miteinander verbundenen Baucontainern das Programm und die Musik über das Fernsehsystem des Krankenhauses. Der Radio Klinikfunk sendet zwar nur in die Zimmer der HSK, ist aber trotzdem ein eigenständiger Sender. „Im Moment überlegen wir zwar, ob wir unser Sendegebiet erweitern, aber da ist noch nichts in trockenen Tüchern“, so Spannaus.

Nach dem Motto „Musik hilft heilen“ verfolgt der Kliniksender seine Ziele. „Wir wollen die Patienten von ihrem Krankenhausalltag ablenken und eine positive Stimmung in die Krankenzimmer bringen“, sagt Spannaus. „Die Musik und auch die Themen sind auf die Patienten zugeschnitten. Wir berichten zum Beispiel nicht über Tod und Krankheit, sondern versuchen, durch unser Programm eine schnelle Genesung der Kranken zu fördern.“

Die knapp 1000 Patienten der HSK werden 24 Stunden werbefrei unterhalten und informiert.

Bei den Kranken kommt der Sender gut an

„Der Kliniksender kommt bei den Kranken sehr gut an“, freut sich Eva-Magdalene Becker, die Pflegedirektorin der HSK. „Die Patienten können sich Musikstücke und Lieder wünschen, mit denen sie Erinnerungen verbinden und die eine bestimmte Stimmung hervorrufen. Die Musik leistet so einen besonderen Beitrag zu Heilung.“

Auch beschränken die Mitglieder des Funks ihre Tätigkeit nicht auf die Studioarbeit, sondern machen Umfragen, um herauszufinden, wo sie sich noch verbessern können und suchen den Kontakt mit den Patienten auch auf den Stationen. „Es ist nicht einfach, den unterschiedlichen Altersgruppen hier im Krankenhaus gerecht zu werden, aber durch das bunt gemischte Programm ist für alle was dabei“, so Becker.

Das zweite Ziel des Radio Klinikfunks ist seine Funktion als Ausbildungsradio. Jeder, der Lust hat und an der Medienarbeit interessiert ist, erhält bei dem Patientensender die Möglichkeit zu einer professionellen Ausbildung im Bereich Radiojournalismus. Jeder, der anschließend Mitglied im Verein wird, hat sogar die Chance auf eine eigene Radiosendung. „Viele schafften von hier aus den Sprung in die große Medienwelt“, berichtet Micha Spannaus. „So zum Beispiel Michael Münkner, der mittlerweile bei FFH moderiert.“

Spenden und Beiträge der 80 Mitglieder

Der Verein finanziert sich über Spenden und Beiträge der 80 Mitglieder. Über die Hälfte von ihnen sind als passive Unterstützer im Verein engagiert, während 30 bis 35 Mitglieder regelmäßig „auf dem Dach“ aktiv werden, indem sie Sendungen ausstrahlen oder sich um die Homepage des Klinikfunks kümmern. Deshalb freut sich der Verein, besonders nach dem Rundum-Umbau des Studios Anfang des Jahres, über einen Spendencheck in Höhe von 2500 Euro, der von Casino-Geschäftsführer Thomas Freiherr von Stenglin an den Vereinsvorstand bei der Jubiläumsfeier überreicht wird. Diese ist zugleich ein Einweihungsfest für das modernisierte Studio.

Zu der Feier sind außerdem Wiesbadens Wirtschafts- und Klinikdezernent Detlev Bendel geladen und der ehemalige Oberbürgermeister Achim Exner, der bei der Premiere vor 25 Jahren die ersten Worte an die Hörer richtete.

Der Klinikfunk auf Sendung (von links): Der letzte Zivi Marcel Werner mit Nico Lange (Vorstandmitglied des Vereins) bei der Arbeit.	Foto: wita / Paul Müller

Der Klinikfunk auf Sendung (von links): Der letzte Zivi Marcel Werner mit Nico Lange (Vorstandmitglied des Vereins) bei der Arbeit. Foto: wita / Paul MüllerVergrößern

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