Von Hendrik Jung
WAHL-TERMIN Sportlicher Auftritt von Direkt-Kandidatin Priska Hinz beim Boule-Turnier in Wehen/Gespräche bei hessisch-mediterraner Verköstigung
Ein Wahlkampftermin der etwas anderen Art führte die Spitzenkandidatin der hessischen Grünen, Priska Hinz und den Grünen Direkt-Kandidaten Simon Lissner auf die Boule-Bahn nach Wehen. Am Rande eines Boule-Turniers mit acht Mannschaften standen die beiden in gemütlicher Atmosphäre zum persönlichen Gespräch zur Verfügung. Ihr Auftritt ist sportlich: In Turnschuhen, Dreiviertel-Hosen und ärmelfreiem T-Shirt entsteigt Priska Hinz ihrem Wahlkampffahrzeug. In der Hand zwei sehr professionell wirkende Taschen mit je drei Boule-Kugeln. "Die habe ich aber seit zehn Jahren nicht mehr in der Hand gehabt. Sie stammen noch aus der Zeit, als wir mit unseren beiden Kindern oft zum Camping-Urlaub nach Frankreich gefahren sind", macht sie gleich klar, dass sie trotz ihrer guten Ausstattung nicht im Training ist.
Das aber sind die wenigsten der knapp zwanzig Anwesenden. Viele betätigen sich sogar zum ersten Mal in dem französischen Volkssport. Da ist es gut, dass Organisator Günter Linke, stellvertretender Vorsitzender des Taunussteiner Ortsverbandes, eine Zusammenfassung der Spielregeln erstellt hatte. Etwa ein Drittel der Turnierteilnehmer ist kein Parteimitglied. So wie Ingrid Fenzl, die aber als aktive Boule-Spielerin des SV Hohenstein zu den erfahrensten Spielerinnen gehört. Ihren Teampartner, den Stadtverordneten Alexander Cornelius, hat sie bis zum Eintreffen von Priska Hinz schon einmal mit dem Spiel vertraut gemacht. Nun treten die beiden gegen das Team der Bundestagsabgeordneten an, zu dem noch Knut Letzel, Mitarbeiter im Regionalbüro von Priska Hinz, sowie Simon Lissner gehören. Locker und leicht ziehen Fenzl und Cornelius deshalb davon, holen fünf von sechs maximal in einer Aufnahme erreichbaren Punkten. Da eine Partie aufgrund des großen Teilnehmerfeldes bei diesem Turnier schon bei neun Punkten beendet wird, ist das bereits die halbe Miete. Im Team Hinz beweist nur Knut Letzel, dass er nicht umsonst auf der Gehaltsliste der Abgeordneten steht. Dennoch heißt es am Ende 9:2. "Ich habe eine schlechte Nachricht für Dich", muss deshalb Günter Linke verkünden, "weil wir so viele Mannschaften haben, spielen wir im k.o.-System. Ihr seid also draußen." Priska Hinz nimmt es locker. "Da kann ich mich jetzt noch mehr entspannen", reagiert sie lachend. Außerdem habe sie mit ihrem Spiel bewiesen, dass sie im Wahlkampf keine ruhige Kugel schieben sondern weit hinaus wolle.
Während sich auf der mit zu viel Gras bewachsenen Bahn der Landtagsabgeordnete Kai Klose und der Kreisverbandsvorsitzende Guntram Althoff mit ihren Mannschaften ein spannendes Duell liefern, kann sie nun die angenehmen Seiten eines Boule-Turniers genießen. Mit Wehener Apfelmost vom Bornhof, Bier und Wein sowie Brezeln, Trauben und Spundekäs herrscht bei der Verköstigung eine hessisch-mediterrane Mischung. Ein wundervoller Sonnenuntergang trägt sein übriges zur guten Stimmung bei. Sogar ein paar Zuschauer finden sich ein. Die Plakate hatten sie neugierig gemacht. In der angenehmen Atmosphäre vergeht die Zeit wie im Flug und als auch das Licht knapp wird, erklärt Günter Linke das gerade laufende erste Halbfinale kurzerhand zum Finale. Das entscheidet Rainer Heymann von der Bürgerinitiative Ja zum Aartal - Nein zur Nordwesttangente gemeinsam mit seinem Enkel Nils für sich. Und die wohl wichtigste Erkenntnis des Abends lautet: Die Boule-Bahn benötigt dringend eine Flutlicht-Anlage.

