Sich auch mal auf die Füße treten
13.09.2011 - BLEIDENSTADT
KONFITAG 330 junge Leute feiern Gottesdienst und messen sich in Wettkämpfen
(rik). You will never walk alone - Unter diesem Motto stand der Konfi-Tag des Dekanats Bad Schwalbach. 330 Konfirmanden aus 29 Gemeinden hatten sich angemeldet, um auf dem Gelände des Taunussteiner Gymnasiums gemeinsam Gottesdienst zu feiern, zu essen und sich in Teamwettkämpfen zu messen.
Sich aufeinander verlassen, miteinander kuscheln, sich auch mal gegenseitig auf die Füße treten, und trotzdem als Team funktionieren, das können die Jugendlichen in den 20 Stationen des Campspiels üben. Regenmacher, Powerturm oder Wandelstamm heißen die Stationen, die dabei zu absolvieren sind und von ehrenamtlichen Jugendlichen aus dem Dekanat betreut werden.
„Das geht nur, wenn man bereit ist, sich gegenseitig auf die Füße zu treten“, erläutert Silas Oppermann aus Wehen der Gruppe aus den Heidenroder Ortsteilen Dickschied, Niedermeilingen und Zorn, die gerade auf der Eisscholle gestrandet ist. Diese ist wie eine Zielscheibe bemalt und auf der Unterseite halbrund, so dass sie leicht ins Kippen gerät. Sieben Mitglieder der Gruppe müssen sich dort in der Mitte halten, wenn es zur maximalen Punktzahl reichen soll. Das geht eben nur, wenn man sehr eng zusammenrückt.
Vor ganz andere Herausforderungen werden die Teilnehmer bei der „Visionary“ genannten Übung gestellt. Mit verbundenen Augen sollen dabei zwei Gruppenmitglieder bemalte Kartons so stapeln, dass daraus am Ende eins von mehreren vorgegebenen Bildern entsteht. „Geradeaus, geradeaus, Stopp! Drehen und absetzen“, dirigiert Ilka Friedrich, Pfarrerin aus Bleidenstadt, ihre Konfirmandin Sarah Heer. „Vorsicht, da ist jetzt die Sarah. Gut so, so musst Du die draufstellen“, weist unterdessen Johanna Geist die zweite Akteurin an.
„Das war eigentlich gar nicht so schlimm. Ich wusste ja, dass ich mich auf die anderen verlassen kann“, beschreibt Kassandra Geyer ihre Gefühle nach der erfolgreich absolvierten Übung. „Ich hab mir nicht wehgetan, bin gegen nichts gestoßen. Das war fast die beste Station bisher“, fügt Sarah Heer hinzu.
Doch Spaß scheinen die Gruppen eigentlich überall zu haben. Ob sie jetzt in einer Schubkarre sitzend mit Schwimmflossen an den Händen einen Wasserball fangen müssen oder über eine kleine Wippe gefüllte Wasserbecher durch die Gegend schleudern. Auch wenn sie mal nicht so erfolgreich sind.
„Das war sehr lustig, obwohl wir es nicht geschafft haben. Wir waren einfach zu hektisch“, urteilt Marcus Klein, nachdem er sich mit der Gruppe aus Wehen gerade am Kugellauf probiert hat.
Nach der praktischen Übung folgt dann im gemeinsam gestalteten Jugendgottesdienst die theoretische Nachbereitung. „Es gibt immer Leute, die einem geschickt werden, um aus einer schwierigen Situation heraus zu kommen“, fasst die Leiterin der Dekanatsjugend, Connie Ludwig, dessen zentrale Aussage zusammen. Wer mit Gott ist, sei eben nie allein betont sie. Anders gesagt: You will never walk alone.

