Investitionen in die Infrastruktur
21.02.2012 - NIEDERNHAUSEN
Von Volker Stavenow
NIEDERNHAUSEN Stromversorgung, Bildung oder Kinderbetreuung wichtige Gemeindethemen / Döring skizziert Ziele
„Schulden sind an sich nicht schlecht. Es kommt darauf an, für was man sich verschuldet.“ Für Niedernhausens Bürgermeister Günter Döring ist deshalb Sparen um jeden Preis nicht der Handlungsansatz, um die Gemeinde in den folgenden Jahren zukunftsfähig zu machen.
„Wenn wir in unsere Infrastruktur investieren, zum Beispiel in die Autalhalle, sind das Investitionen in die Zukunft, für unsere Kinder. Sie haben heute die Vorteile und Nutzen und müssen sie natürlich später mitbezahlen. Das ist nichts anders als es vor 30 oder 50 Jahren war. Auch das ist ein Generationenvertrag“, so Döring. „Wir nutzen jede Möglichkeit, um an Zuwendungen oder Zuschüsse zu kommen, damit unsere Kosten beim Ausbau der Infrastruktur gesenkt werden können und wir weniger Schulden machen müssen.“
Die Ausgaben der Kommune sind Einnahmen, sieht es der Rathaus-Chef. „Heimische Wirtschaft zu fördern, ist ein wichtiges Ziel. Das sind mittelständische Familienbetriebe, Unternehmen, die auch bekanntlich viele Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Von unseren Ausgaben im Jahre 2011 ging faktisch alles an den Mittelstand. Die Wertschöpfung muss soweit als möglich in unserer Gemeinde und der Regio bleiben und nicht in der EU versickern. Das kommt dem Wohlstand unserer Bürger vor Ort zu Gute und der Gemeinde.“
Laut Döring hat Niedernhausen vier selbstbestimmte Handlungsmöglichkeiten: Brutalst mögliches Sparen, etwa bei der Vereinsförderung, radikales Zusammenstreichen aller freiwilligen Leistungen, Mehreinnahmen durch Gebühren- und Steuererhöhungen erzeugen, Erschließung neuer Einnahmequellen und stärkere Beteiligung Bürger durch ehrenamtliches Engagement, um Standards halten zu können. „Aus diesen Punkten müssen wir einen Mix machen, um unsere Handlungsfreiheit zu erhalten.“
Ein wichtiges politisches Thema für Döring ist die Bildungspolitik, für die die Gemeinde zum Teil nicht zuständig sei. „Wir sind für die Kindertagesstätten zuständig und werden diese weiter ausbauen, insbesondere was die Nachmittagsbetreuung angeht. So werden wir längere Öffnungszeiten anbieten und die Zahl der Kinderkrippenplätze erhöhen. Ein Neubau in der Ahornstraße mit 40 Plätzen steht an, aber dies ist nur der Anfang.“
Die Gemeinde benötige Ganztagsbetreuung, damit Frauen und Mütter die Möglichkeit erhielten, beruhigt arbeiten gehen zu können, im Wissen, dass die Kinder gut betreut seien. Der Bürgermeister setzt sich für das Ziel der Ganztagsschule bis 17.30 Uhr, mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung, ein. Zur praktischen Bildungspolitik vor Ort zählten auch Musikschule und Gemeindebücherei. Teil seien auch die Vereine, die gut mit den Schulen kooperieren können und das Nachmittagsangebot, etwa mit ihrem sportlichen Angebot verweben würden.
In diesem Jahr wird Niedernhausen laut Döring weiter in die Infrastruktur investieren. „Wir haben unter anderem vor, den fünften Bauabschnitt Autalhalle mit dem Anbau für den SV 1913 Niedernhausen, den Ausbau der Straße „Im Grund“ in Engenhahn, die Neugestaltung der Dorfmitte in Oberjosbach, im Rahmen der Dorferneuerung und den Regenwasserkanal Jahnstraße/Untergasse zu realisieren. Die Sanierung des Bahnhofs mit behindertengerechtem Zugang und neuem Treppenturm wollen wir 2012 beginnen durch Finanzierung der Planung.“

