Drei Stationen der Ländchesbahn in Wiesbaden sollen ab 2013 umgebaut werden
02.04.2011 - WIESBADEN / NIEDERNHAUSEN
Von Jorg Hamm
Jetzt tun sie endlich was. Nach über acht Jahren Vorlauf haben sich Vertreter der Stadt Wiesbaden, des Rhein-Main Verkehrsverbundes (RMV) und der Bahn-Tochter DB Station & Service jetzt bei einem Treffen in Hofheim auf einen Fahrplan für den Umbau der drei Wiesbadener Stationen an der Ländchesbahn geeinigt. Noch im Mai soll der Auftrag an ein Planungsbüro erteilt werden, das den Umbau der Stationen vorbereitet. Die Ausschreibung für den Planungsauftrag ist bereits erfolgt. Die Planung soll in enger Abstimmung mit dem Tiefbauamt Wiesbaden und den Experten des RMV erfolgen. Von den Planungskosten in Höhe von 250.000 Euro übernimmt die Stadt 200.000, den Rest der Rhein-Main-Verkehrsverbund.
Vorgaben für den Umbau
Die Station in Erbenheim rückt näher an den Ortskern ran, direkt an die Berliner Straße. Sie erhält einen behindertengerechten Zugang und überdachte Fahrradabstellplätze.In Igstadt wird es einen neuen Zugang vom Ortszentrum geben. Damit ist die Station künftig von zwei Seiten aus erreichbar. Die Station Auringen/Medenbach soll näher an die Straße verlegt werden. Auch hier sind überdachte Fahrradabstellplätze vorgesehen. Alle Maßnahmen sollen die von Wiesbaden nach Niedernhausen führende Bahn deutlich aufwerten und für einen Zuwachs an Fahrgästen (derzeit täglich 2.400) sorgen.
Nach Angaben des RMV dürfte die Planung in etwa einem Jahr abgeschlossen sein. Dann soll über ein Planfeststellungsverfahren das Baurecht erlangt werden. Im Frühjahr 2013 könnte dann mit dem Umbau der Stationen begonnen werden. Läuft alles plangemäß, wären die Umbauarbeiten im Frühjahr 2014 abgeschlossen.
In die Diskussion um die Ländchesbahn hatte sich zuletzt auch der Bürgermeister von Niedernhausen, Günter Döring, eingemischt. Die Ländchesbahn sei zu einem „Renner“ geworden. Berufspendler aus dem Limburger Raum und dem Idsteiner Land nutzten diese schnelle Verkehrsverbindung nach Wiesbaden, schrieb der Verwaltungschef an Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller.
Ausweitung des Betriebes erwünscht
Bereits im Januar 2008 hatte die Gemeinde Niedernhausen die betroffenen lokalen Nahverkehrsgesellschaften der Stadt Wiesbaden und des Rheingau-Taunus-Kreises angeschrieben und auf eine Optimierung der Ländchesbahn gedrängt. Dazu gehört nach Ansicht der Kommune die Einführung eines durchgehenden 30-Minuten-Taktes, eine Verlängerung der Betriebszeit bis Mitternacht und eine Vergrößerung des Platzangebots zu Schulbeginn. Auch die Wiesbadener würden von der Ausweitung deutlich profitieren, schrieb Döring. Der jetzige Vertrag mit dem Verkehrsunternehmen Vectus sieht dies jedoch nicht vor. Der Vertrag läuft bis Dezember 2014. Bereits im kommenden Jahr wird die Vergabe der Strecke ab Dezember 2014 ausgeschrieben. Dann können die beteiligten Kommunen über den RMV ihre Ansprüche geltend machen.

