Von Margret Brüning
SCHULE Smartboards ersetzen die Tafeln / Kontinuierliche Fortbildung des Kollegiums
Mancher Schüler wäre von diesem Anblick entzückt gewesen: Bei tropischen 32 Grad drückten 17 Lehrerinnen und Lehrer der Pestalozzischule ausnahmsweise selbst die Schulbank, um sich die Funktionen des Apparates erklären zu lassen, der Kreide und Tafelschwamm in Zukunft überflüssig machen wird: Rund die Hälfte aller Klassenzimmer des Gymnasiums wurden mit so genannten interaktiven Smartboards oder Whiteboards ausgestattet.
Ein langfristiges Konzept zur Fortbildung
PSI-Fortbildungskoordinator Martin Fabjancic: „Das Board ist ein sogenanntes Metamedium, es vereint die Funktionen von Overhead-Projektor, Tafel, PC und Beamer, Internet und Fernseher und ermöglicht so die Entwicklung moderner Unterrichtskonzeptionen. So können beispielsweise Unterrichtsinhalte abgespeichert und per E-Mail verschickt werden.“ Stellvertretender Schulleiter Joachim Dietz erklärte: „Die Finanzierung der 23 Geräte wurde durch die Mittel des Konjunkturpaketes ermöglicht. Eines der etwa 3800 Euro teuren Boards wurde durch Elternspenden finanziert.“
Anlieferung und Aufbau erfolgten während der Osterferien, anschließend gab es eine „Express-Einführung“ für das Kollegium der PSI. Hier ging es um Grundlagen wie das An- und Ausschalten, Schreiben, Anzeigen und Speichern. Damit das Wissen der Lehrenden in diesem Bereich immer weiter ausgebaut werden kann, finden regelmäßig Aufbaukurse unter der Leitung von Peter Rockenfeller, Landeskoordinator des IT-Unternehmens „Intel“ in Rheinland Pfalz und Carmen Nollen vom Unternehmen „Smart Technologies“ statt.
Fabjancic ist der Meinung, dass „die beste Technik nutzlos ist, wenn ich nicht verstehe, wie ich sie bedienen und pädagogisch sinnvoll nutzen kann“. Zentraler Bestandteil des neuen Medienkonzeptes der Schule sei die interne Fortbildung und damit die Etablierung eines stetigen Schulungsangebotes für die Kollegen. Zunächst gelte es, eigene Unterrichtseinheiten erarbeiten zu können. „Langfristig soll die IT-Kompetenz des Kollegiums verbessert werden, damit computergestützte Unterrichtsmethoden und die Einführung von Materialpools und Internetportalen ermöglicht wird.“
Dass die Schüler die neue Technologie sofort aufgenommen haben, ist wenig überraschend: „Viele fordern die Nutzung der Boards regelrecht ein. Erst vor kurzem haben zwei Fünftklässler mehreren Kollegen verschiedene Funktionen der Geräte erklärt“, freuen sich die Lehrer über die wachsende Begeisterung ihrer Schützlinge.
„Da jeder Schüler das „Smart“-Programm umsonst herunterladen kann, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten Projekte zu organisieren und zu präsentieren“, meint Schulleiterin Ina Ofenloch, „schon bei den mündlichen Prüfungen des jetzigen Abiturjahrganges kamen die Boards zum Einsatz und wurden ganz selbstverständlich in die Präsentationen eingebaut.“
Das Medienkonzept der Pestalozzischule hat nach ihren Worten drei Säulen: Erstens gehe es um Vereinheitlichung der Hardware - das sei mit der Anschaffung der Whiteboards geschehen. Zweitens sei eine kontinuierliche Fortbildung der Lehrer zu gewährleisten, auch von Kollegen, die neu hinzu- stoßen. Und es sei notwendig, Schülern den kritischen Umgang mit Medien beizubringen und auf die Gefahren aufmerksam zu machen. „Zudem sollen durch Informationsveranstaltungen Eltern mit einbezogen werden,“ erläutert die Schulleiterin.
Neue Möglichkeiten erschließen
Elke Ott-Loch, Vorsitzende des Fördervereins, ergänzt, dass „die Lücke zwischen den Generationen der Kinder und der Erwachsenen durch den verstärkten Einsatz von computergesteuerten Technologien im Unterricht verkleinert werden kann. So könnte man im Unterricht die aktuellsten Zeitungsartikel bearbeiten oder unbekannte Wörter gleich bei Wikipedia nachschlagen. Prozesse können durch Grafiken besser verdeutlicht werden. Lehrer und Schüler können sich gemeinsam mit der neuen Technik entwickeln und neue Möglichkeiten erschließen.“

