Die wilden Feuertänze der Chatten
18.08.2011 - IDSTEIN
Von Volker Stavenow
RÖMERFEST Frank Thielmann und sein Team organisieren die Veranstaltung am Limesturm
Mit bis zu 1500 Besuchern rechnet Frank Thielmann, erster Vorsitzender des Freundeskreises Römerturm Idstein, am Sonntag am rekonstruierten Limes-Wachposten auf der Dasbacher Höhe.
„Das Wetter soll ja sehr gut werden, und unser Programm ist noch attraktiver als bisher. Damit das beliebte Fest aber auch gelingt, müssen wir vom Freundeskreis im Vorfeld ganz schön wirbeln und alles gut organisieren.“ Eine der treibenden Kräfte ist Frank Thielmann, der im vierten Jahr den Vorsitz innehat und „Chef“ des inzwischen gut 140 Mitglieder starken Vereins ist. Vorher war er Schriftführer.
Gemeinsam mit Albert Weber, Armin Ose und Klaus Meffert ging Thielmann am imposanten Limesturm noch einmal wichtige Punkte der Organisation durch. Klaus Meffert schleppte noch den großen Würstchen-Grill an, denn ohne zünftiges Essen und Trinken können sich weder Veranstalter noch Besucher das Römerturmfest vorstellen.
„Es muss ja alles abgesprochen werden: Wer baut Zelt und Sitzbänke für die Besucher auf, wie viele Römerbrote und Würstchen müssen bestellt geholt werden, oder wer hilft am Sonntag beim erwarteten Besucheransturm im Schichtwechsel am Turm, damit auch alles klappt?“ Gerade das Römerbrot, das nach einem speziellen römischen Rezept von einem Idsteiner Bäcker zubereitet wird, findet sicher wieder reißenden Absatz. Bis zu 250 Stück könnten gebacken werden.
Gemäß dem Motto: „Öfter mal was Neues“ freut sich Thielmann, dass beim neunten Römerfest die Bogenschützen des 1. UTK Bogensportclubs Oberauroff ihren Premieren-Auftritt haben. „Bogenschützen gab es ja schon in der Römerzeit, und deshalb passen die Auroffer sehr gut zum Fest.“ Ein interessanter, weil flammender Auftritt, verspricht auch die erste Teilnahme der „Wäller Chatten“. Das Duo will die Besucher zu abendlicher Stunde mit Tänzen mit Feuer, Schwert und Pois (eine Art Schnur mit Anhängern, die man durch die Luft wirbeln kann) verzaubern. Dritte Neuerung sind die Eintrittsbuttons für die Römerturmführungen. Die können die Besucher auf dem Festgelände für drei Euro kaufen, bei der Führung vorzeigen, das kleine Musuem im Turminneren unter fachkundigen Erklärungen kennenlernen - und als Andenken mit nach Hause nehmen.
„Wir organisieren das Römerfest in diesem Jahr wieder an einem Sonntag, weil wir im vergangenen Jahr gemerkt haben, dass der Samstag dafür sehr ungünstig ist. Denn samstags haben die Besucher andere Dinge vor, als zu solchen Festen zu gehen. Der Sonntag eignet sich mehr für einen Familienausflug“, weiß Thielmann. Auch, wenn sehr viele Besucher auf die Anhöhe bei Dasbach kommen, um in die römisch-germanische Geschichte einzutauchen, Parkplatzprobleme gibt es nach den Worten des ersten Vorsitzenden nicht. „Wir haben Parkplätze auf der Wiese und auf der anderen Seite der Landesstraße zwischen Oberseelbach und Idstein. Da finden die Autofahrer bestimmt Abstellflächen. In Absprache mit der Stadt Idstein dürfen wir am Sonntag in diesem Bereich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 80 auf 60 Kilometer in per Schilder reduzieren, so dass alle Besucher sicher über die Straße zum Römerturm kommen. Viele Gäste kommen auch gar nicht mit dem Wagen, sondern radeln oder wandern zu uns.“
Thielmann freut sich sehr, dass das Römerfest so gut ankommt. „Das gibt uns den Anschub, dieses Fest jedes Jahr wieder auf die Beine zu stellen. Unser Verein befindet sich in einer Umbruchphase: Nach dem Turmbau organisiert sich das Vereinsleben neu, hin zu vielen gemeinsamen Unternehmungen.“
Das Römerfest startet am Sonntag, 21. August, am Dasbacher Limesturm um zehn Uhr. Um elf Uhr marschiert die Rheinbrohler Kohorte ein. Ab elf Uhr bis Festende organisieren die Auroffer Bogensportler das Bogenschießen für jedermann.
Nach der Begrüßung der Gäste durch den Bürgermeister kann sich die Jugend ab 13.30 Uhr zum römischen Auxiliarsoldaten mit Diplom ausbilden lassen. Um 14.30 Uhr steht Nahkampfausbildung der Kohorte an, um 15.30 Uhr Spezialkampfausbildung mit dem Gladius (Schwert), um 16.30 Uhr Ausbildung der Jugend, um 17.30 Uhr Marschübungen und Kampfausbildung der Kohorte, und ab 18 Uhr wollen die „Wäller Chatten“ Feuer- und Schwerttänze zeigen.

