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Wiesbadener Tagblatt

Bad Schwalbach 

Ein Spatzennest voller kleiner Mäuse

02.12.2009 - BAD SCHWALBACH

Von Hendrik Jung

AKTIONSTAG Taunusbühne stellt in der Kita ihre Kinder- und Jugendarbeit vor

Bei einem Aktionstag in der Kindertagesstätte Spatzennest hat die Taunusbühne neben ihrem Weihnachtsmärchen auch ihre Kinder- und Jugendarbeit vorgestellt.

Das Spatzennest ist voller kleiner Mäuse. Manche haben sich von dem Team um Taunusbühnen-Maskenbildnerin Siggi Soukup ein Mausegesicht aufmalen lassen. Andere basteln sich aus Papptellern eine Maske zum Aufsetzen. So wie die dreieinhalbjährige Joline. Allerdings kommt sie bei den Augen gerade nicht weiter. "Ihre Mutter hat immer noch ein bisschen Angst, wenn sie mit einer Schere hantiert", erklärt Oma Beate Richter, warum ihre Enkelin anweisungsgemäß den Einsatz des Werkzeugs verweigert.

Rendezvous mit dem Kater

Mit freundlicher Hilfe der Erzieherin geht es dann aber weiter, so dass auch sie den einst schnöden Pappteller, ergänzt um zwei Ohren und einen kunterbunten Schnurbart, am Ende stolz nach Hause tragen kann. Doch zuvor haben die kleinen Mäuschen noch ein Rendezvous mit einem Kater. Zum Glück handelt es sich bei diesem Exemplar jedoch um Stanislaus, der sich vor Mäusen fürchtet. Zum Glück für die kleinen Nager. Pech jedoch für Stanislaus, der deswegen vom Müller aus dessen Mühle geworfen worden ist. Nun streunt er einsam durch den Wald, wo er auf den kleinen Wicht trifft, dessen Name nicht genannt werden darf.

Das Treffen der beiden ist eine Szene aus dem diesjährigen Weihnachtsmärchen, mit der sich die Taunusbühne bei Kindern und Eltern aus den beiden Tagesstätten Spatzennest und Regenbogen vorstellt. Für Stanislaus-Darstellerin Alina Hangen eine Rückkehr in die eigene Kindheit, denn sie besuchte das Spatzennest früher selbst. "Es war ein schönes Erlebnis für die Kinder, hier zu spielen. Ein bisschen merkwürdig war es, weil es sich einerseits ganz gewohnt angefühlt hat, hier zu sein, aber durch die Rolle, die ich gespielt habe, doch irgendwie ganz anders", schildert sie ihre Gefühle.

Zu ihrer Kindergarten-Zeit hat es solche Aktionstage noch nicht gegeben, doch als echtes Taunusbühnen-Kind ist sie quasi für die Bühne geboren worden. Auch aktuell sind mehrere Kinder von Mitgliedern der Theatergruppe im Spatzennest.

Durch deren Eltern ist der Aktionstag zustande gekommen. "Kinder und Eltern sollen mehr in die Arbeit der Tagesstätte integriert werden. Das ist ein wichtiges Ziel der regelmäßig stattfindenden Aktionen", betont Leiterin Sabine Debus. "Auf der anderen Seite soll ortsansässigen Vereinen aber auch die Gelegenheit zur Nachwuchsförderung gegeben werden", ergänzt die Vorsitzende des Elternbeirats, Ulrike Kische.

Bei der Taunusbühne gibt es jedoch eher einen Mangel an Jugendgruppenleitern als an interessierten Kindern und Jugendlichen. "Die Taunusbühne hat drei aktive Kindergruppen", betont Theaterpädagogin Ines Müller. "Auch bei der großen Mäusebande im Weihnachtsmärchen sind schon Vier- bis Fünfjährige dabei", fügt sie hinzu.

"Vollkommen frei"

Dabei sei es gar nicht ungewöhnlich, dass sich auch ältere Darsteller von den Jüngsten noch etwas abschauen können. "Die spielen einfach vollkommen frei", erläutert sie. Deshalb unterscheide sich die Arbeit mit den Kleinsten auch von der normalen Theaterarbeit. Anstatt eine Rolle einzustudieren, lasse man diese einfach gewähren und schaue dann, was man daraus entwickeln könne. Eine Herangehensweise, die auch Sabine Debus voll unterstützt. In einem gewissen Rahmen müsse man die Kinder einfach gewähren lassen, findet sie.

Auch bei den Aktionstagen, die den Kindern ganz unterschiedliche Themen nahe bringen. "Wir haben festgestellt, dass wir unter den Eltern viele Pflegekräfte haben. Deshalb könnte die erste Hilfe unser nächstes Thema sein. Vielleicht können wir sogar einen Krankenwagen hierher holen", blickt sie in die Zukunft.

Anschauungsunterricht für den Nachwuchs: Dwayne-Gilbert Besier (rechts) und Alina Hangen (zweite von rechts) spielen eine Szene aus dem aktuellen Stück "Rumpelstilzchen".wita/Martin Fromme


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