Zauberhaftes im Kurhaus
22.11.2010 - BAD SCHWALBACH
Von Sabine Bongartz
TAUNUSBÜHNE Märchen „Der große Zauberer Oz“ist ein voller Erfolg
Mit einer schwungvollen und farbenfrohen Premiere eröffnete die Taunusbühne Bad Schwalbach e.V. den diesjährigen Advent eine Woche vor dem kalendarischen Beginn. Das Märchen „Der große Zauberer Oz“ von L. Frank Baum begeisterte im ausverkauften Kurhaus junge und jung gebliebene Zuschauer. Matthias Brunner hatte die Bühnenfassung der amerikanischen Geschichte geschrieben und sich gemeinsam mit Andreas Roskos für die Regiearbeit und Sandra Schuy für die Assistenz die üppigen Blumentöpfe mit Weihnachtssternen wirklich verdient, die es zum Schluss als Dankeschön gab.
Eingebettet in eine wunderschöne, mehrmals wechselnde Kulisse (Bühnenbau: Thomas Matusek) und fantasievolle bunte Kostüme (Elke Gotscher, Maske: Verena Scholz-Roskos) liefen die Laiendarsteller zur Höchstform auf.
Die Geschichte spielt im windigen Kansas, obwohl die Landschaft im Hintergrund durchaus auch die Taunushöhen spiegeln könnte. Ein Sturm trägt Betty (Laura Eschenauer) und ihren Hund Toto (Janosch Matusek) in das Wunderland, das von einer großen Wüste umgeben ist, die noch niemand durchquert hat. Klar, dass sie schnellstmöglich wieder nach Hause möchten, aber das scheint nur mit Hilfe des großen Zauberers Oz möglich zu sein, der in der Smaragdstadt wohnt und alle Wünsche erfüllen kann. Auf ihrem Weg, begleitet von Countrymusic, lernt sie nach und nach wunderbare Freunde kennen.
Inmitten riesiger gelb strahlender Sonnenblumen (Requisite: Rosemarie Haas) trifft sie auf Scheuch (Dwayne-Gilbert Besier), der von Kopf bis Fuß nur aus Stroh besteht. Erst einmal von der Latte genommen, eiert er herrlich herum und bedauert es, kein Hirn zu haben. Der im Wald fest gerostete Holzfäller aus Blech (Birgit Benedetto) muss erst mal geölt werden, damit er sich der Gruppe anschließen kann, denn er möchte den Zauberer Oz bitten, ihm sein fehlendes Herz zu ersetzen.
Hinzu kommt noch der beängstigend laut brüllende Löwe (Christian Müller), der eigentlich ein rechter Feigling ist und sich von Oz Mut verspricht. Doch der Zauber Oz (Jacob Heep) befiehlt erstmal nur mit heiserer Stimme aus dem Off, ihm den goldenen Hut der Hexe Lilanosa zu beschaffen.
Die Pause bringt nicht nur Pizza und Muffins, sondern auch einen Handlungsschnitt. Denn anschließend finden sich die Freunde, von fliegenden Affen herbeigeschafft, als Gefangene der fürchterlichen Hexe Lilanosa (Gudrun Dauth) wieder, die ihr Volk, die Zwinkerlinge, unterdrückt. Doch mit Mut und einem Glas Wasser lassen Betty und Toto die Hexe verpuffen, der Zauberer entpuppt sich dann als Hochstapler und macht sich aus dem Staub.
Vorher verpasst er allerdings Scheuch noch ein elektronisches Gehirn mit zwei Gigabyte Speicherkarte, dem Holzfäller ein blinkendes Herz und dem Löwen Tapferkeit aus der Thermoskanne, denn „Mut kommt von innen“ und letztendlich zählt allein die Vorstellungskraft. Unterwegs gilt es noch, die wunderbaren roten Mohnblumen zu überwinden, die mit ihren lächelnden gelben Gesichtern jeden in den Schlaf einlullen.

