Von Hendrik Jung
KONZERT Jessica Fründ legt Gesangs-Vordiplom ab
Zum ersten Mal legte eine Schülerin der internationalen Opernakademie der L’Opera Piccola ihr Gesangs-Vordiplom ab. Das Kurhaus Bad Schwalbach bildete den festlichen Rahmen für den großen Auftritt von Jessica Fründ aus Bad Schwalbach, der am Ende mit einer hervorragenden 1,5 als Gesamtnote bewertet wurde. „So einen Überfall haben wir nicht erwartet. Es kommen noch ein paar Stühle, damit alle bequem sitzen können, dann geht es gleich los“, entschuldigt Akademieleiterin Romana Vaccaro den etwas verzögerten Beginn der Veranstaltung.
Gut 350 Gäste sind erschienen, um der Vordiplomsprüfung beizuwohnen. Darunter auch so prominente Bad Schwalbacher Bürger wie Keith Ikaia-Purdy. Der Tenor der Wiener Staatsoper ist Mitglied der vierköpfigen Jury, der die Beurteilung der Darbietung Jessica Fründs obliegt. „Ich habe Jessica schon oft gehört und sie ist sehr, sehr gut. Sie muss nicht nervös sein“, nimmt er schon vor dem Auftritt Stellung. Immerhin haben beide schon gemeinsam auf der Bühne gestanden und Duette miteinander gesungen.
Das liegt nicht zuletzt an der Ausbildungsphilosophie der Opernakademie. „Schon nach einem Monat Gesangsunterricht stehen unsere Studenten sofort auf der Bühne. Sei es im Chor oder in kleineren Partien“, erläutert Romana Vaccaro. Außerdem kämen oft internationale Stars zu Meisterklassen an die Akademie. So kommt es, dass auch Juri Batukov, Bariton an der Wiener Staatsoper, die Diplomandin schon persönlich kennt. „Ich habe si schon länger nicht mehr gehört, aber sie ist gut bis sehr gut“, findet auch er vorab lobende Worte. Brett Hamilton, bekannt aus der Hamburger Phantom-der-Oper-Inszenierung, sowie Michael Vaccaro, Intendant der Opera Classica Europa, komplettieren das Jury-Quartett. Sie sollen Technik, Intonation und Musikalität genauso bewerten wie Ausdruck, Aussprache und Darstellung.
„Wir orientieren uns an den amerikanischen Schulen. Die Akademie existiert erst seit fünf Jahren und ist bislang noch nicht staatlich anerkannt“, erläutert Romana Vaccaro. Für die Prüfung hat sie ein gemischtes Programm aus verschiedenen Zeiten und den Stilrichtungen Kunstlied, Oper, Operette und Musical für ihre sich im neunten Semester befindende Schülerin zusammengestellt.
Diese betritt schließlich mit großer Sicherheit die Bühne und interpretiert erst einmal Franz Schuberts Vertonung von Johann Wolfgang von Goethes Gretchen am Spinnrad. Ihre tadellose Darbietung wird gekrönt von ihrem sehnsuchtsvollen Blick, der das Verlangen nach dem Geliebten eindrucksvoll unterstreicht. Dann verlässt sie die Bühne, um ein Abendkleid zu schlüpfen, in dem sie die Opern-Arien intoniert. „Ich mag nicht alles im gleichen Kleid singen, das soll schon zu der jeweiligen Musik passen“, begründet sie später, warum sie bei jedem Auftritt wenigstens ihren Schmuck verändert.
Einen ersten musikalischen Höhepunkt stellt dann ihre Interpretation von Paminas Arie aus Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte dar. Kraftvoll bis in die höchsten Lagen stellt sie hier ihre Klangfülle unter Beweis und überzeugt mit einer hohen Dynamik zwischen leisen Passagen und furiosem Finale. „Das ist eine der schwersten Arien in diesem Fach, fast jeder Agent will sie beim Vorsingen hören. Also, sie ist gut vorbereitet“, betont Romana Vaccaro in der anschließenden Moderation.


So schauts aus...
....alles Leute, die sicherlich an ihrem Platz gut aufgehoben sind, aber sich größer machen, als sie sind. Es ist höchst bedenklich, wenn hier "Diplome" und "Vordiplome" verteilt werden, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind.
Ich wünsche der jungen Frau, von der der Artikel hier handelt, dass sie erkennt, dass sie es mit "Blendern" zu tun hat. Sicherlich singt sie "ganz nett" - aber zu einer Karriere als Sopranistin gehört mehr - aber wie heißt es so schön: Unter den Blinden ist der Einäugige König.