Von Martin Fromme
THEATER Weihnachtsmärchen der Taunusbühne hat am Samstag Premiere
Nur noch wenige Tage bis zur Premiere. Das Bühnenbild des Weihnachtsmärchens der Taunusbühne "Rumpelstilzchen" wird von einer malerischen Windmühle gekrönt. Die Bühnenbauer wuchten den Drehmechanismus aus, damit sich das Flügelrad auch schön gleichmäßig dreht.
Vor dem ersten Proben-Durchlauf vermittelt das Treiben im Kurhaus den Eindruck von einem gelassenen Chaos. Während irgendwo noch eine Stichsäge brummt, sind die Darsteller schon fertig für den Auftritt geschminkt und die Kleidung wie der Text sitzen. Drei bis vier Proben pro Woche seit Mai liegen hinter den etwa 50 Mitwirkenden. Dazu unzählige Stunden für Bühnenbau, Technik, Maske und Kostüme. Jetzt geht es noch um die Feinarbeit, die Übergänge zwischen den Szenen, hier und da noch eine Korrektur, Abstimmungen mit der Technik und Positionierungen der Requisiten, etwa, ob Rumpelstilzchens Lagerfeuer vor oder hinter dem Vorhang steht.
Rumpelstilzchen ist ein Fiesling wie aus dem Märchen - in der Urfassung der Gebrüder Grimm. Die Bearbeitung der Taunusbühne lässt den durchtriebenen kleinen Burschen doch ein wenig besser weg kommen. Dwayne-Gilbert Besier spielt den, "dessen Name nicht genannt werden darf", als einen in sich gekehrten Einzelgänger, der still im Wald am Feuer sitzt, statt einen wilden Tanz aufzuführen.
Trotzdem bleibt er ein Übeltäter und die Substanz des Märchens somit erhalten. Die Müllerstochter muss also nach wie vor um ihr Kind bangen, um Gold spinnen zu können. Böse ohne Wenn und Aber ist dagegen die Hexe Kassandra, Drahtzieherin des üblen Treibens und allgegenwärtig im Blick der Zuschauer, denn sie und ihr Rabe Abraxas haben von einer kleinen Nebenbühne alles im Blick und nutzen jede Möglichkeit, um in die Handlung einzugreifen.
Der Stoff des Märchens wurde von Ines Müller, die zusammen mit Brigitte Müller beim diesjährigen Weihnachtsmärchen der Taunusbühne Regie führt, personell und dramaturgisch erweitert. "Ich wollte mehr Schauspieler auf der Bühne haben," begründet sie all die Figuren, die die Handlung bunter machen. Dazu zählt auch ein Kater, der sich vor nichts mehr fürchtet, als vor Mäusen, die ihm ständig nachstellen.
Wie immer ist in der Weihnachtsinszenierung der Taunusbühne viel Musik und Gesang - komponiert von Kate Nelson - enthalten; einschließlich einer besonderen choreografischen Einlage. Dieses Mal ist es eine Schwarzlichtszene und es ist die einzige, die nur von Erwachsenen gespielt wird. Dreiviertel der Darsteller sind Kinder und Jugendliche und die geben ihren vollen Einsatz. "Die Mäuse mussten lernen, wie Mäuse zu laufen," berichtet Ines Müller. "Den Kleinen gelang das besonders gut." Auch der Rabe Abraxas verwandte einiges Training aufs naturnahe Krächzen.

