Taunusbühne schreibt Geschichte
20.05.2011 - BAD SCHWALBACH
Von Irmgard Reichel
AUSSTELLUNG Im Kur-Stadt-Apothekenmuseum sind Exponate aus 50 Jahren Amateurtheater zu sehen
„Was wird hier gespielt“, wollten viele Besucher wissen und erleben, die zur Ausstellungseröffnung der Taunusbühne in das Kur-Stadt-Apothekenmuseum kamen. Der Ausstellungstitel weckt Neugier. Das ambitionierte Amateurtheater zeigt anlässlich seines 50-jährigen Bestehens einen Querschnitt seines Wirkens vor und hinter den Kulissen. Text-Informationen, die gelungene Kombination von Exponaten wie Kostüme, Requisiten, Fotos - einander zugeordnet in kleinen Bereichen innerhalb des großen Museumsraumes - hinterlassen einen starken Eindruck.
„Den sehr guten Ruf als anerkanntes Amateurtheater weit über die Region“ hinaus unterstrich Museumsleiterin Dr. Martina Bleymehl-Eiler in ihrer Begrüßung zur Eröffnung der Ausstellung und auch „den festen Platz im Kulturangebot dieser Stadt, das Engagement der Taunusbühne und deren Mitarbeit mit Vorbildcharakter“.
Bürgermeister Martin Hußmann freute sich über die „Menge von Fans und Verehrern der Taunusbühne“, die Kreativität der Gruppe und ihre umfangreiche Jugenarbeit. „Ihr seid ein ganz wertvoller Bestandteil unserer Stadt, Hochachtung und Dank für das, was Ihr hier tut“.
Ein Großaufgebot von Taunus-Bühnen-Aktiven zeigte dann eine originelle Aufführung mit Improvisationscharakter. Sie verknüpften in ihrem Spiel Aufführungstitel und -daten, Fragen und Antworten in schnellem Textwechsel miteinander. Idee und Ausführung amüsierten das Publikum, das viel Beifall spendete. Mit der Gründungseinladung vom 1. Juni 1961 des Sing- und Spielkreises wartete Peter Neugebauer auf, er schilderte erste Erfolge am Anfang der 50-jährigen Theatergeschichte. Beeindruckend waren erläuternde Rückblicke Neugebauers. So fanden „etwa 750 Schulkinder am 20. Juni 1964 den Weg zur Burg, um gebannt vom Leben der Gräfin Anna von Katzenelnbogen zu erfahren“. Auch an die „Herausforderung“ des Bühnenstücks „Der Maulkorb“ beim Hessentag 1966 erinnerte er. Die spannende Geschichte der Taunusbühne kann jeder Ausstellungsbesucher nachvollziehen auf den Texttafeln (von Lisa Scholz). „Eckdaten zur Taunusbühne“ nannte Christine Mair, die mit Ehemann Markus Mair, P. Neugebauer und vielen Helfern die Ausstellung vorbereitet hatte. Mitunter bis 23 Uhr, was „Türschließer“ Günter Janisch ermöglichte.
Vorsitzende Brigitte Müller begrüßte im Museum Besucher, ehemalige und noch aktive Darsteller und Vorstands-Mitglieder, darunter Karl-Heinz Degenhardt, Barbara Zorn, Karl-Heinz Krusen. Müllers Dank für die Unterstützung und ihre Aufforderung, „wir sollten einander noch mehr helfen und unterstützen“, bewegte viele Gemüter.
Was aktive Mitglieder der Taunusbühne zum Mitmachen bewegt, erfährt der Besucher direkt am Eingang des Ausstellungsraumes. „Aus Liebe zum Theater und den Freundschaften, die man im Verein entwickelt hat“ ist dort zu lesen und auch: „Es ist halt toll, mit vielen gemeinsam ein Ziel anzustreben.“ Andere Argumente: „Freude zu bereiten und kreativen Ideen Leben einzuhauchen“ oder „Jung und Alt arbeiten für ein Ziel“. Fotos, Plakate und Rezensionen zeigen Entwicklung, Werdegang und Erfolge der Taunusbühne.

