Nette Nachbarn im neuen Freibad
19.08.2010 - AARBERGEN
Von Alfred Christ
MICHELBACH Bürgermeister und Abgeordnete aus dem Nassauer Land spenden Geld und Lob
Über solche Gäste freut man sich im Passavant-Waldschimmbad in Michelbach ganz besonders: nämlich über jene, die bereitwillig die Brieftasche öffnen, einen erklecklichen Geldbetrag spendieren und sich damit begnügen, zum Dank dafür eine alte Schwimmbeckenkachel signieren zu dürfen. Und genau solche netten Besucher konnten der Vorsitzende des Schwimmbad-Fördervereins, Richard Jablonski, und Bürgermeister Udo Scheliga kürzlich im rundum erneuerten Freibad begrüßen: Die Bürgermeister der Nachbargemeinden, die selbst kein Schwimmbad haben und an der Einrichtung in Michelbach partizipieren, ohne dafür zahlen zu müssen.
Es war eine Demonstration gutnachbarlicher Zusammenarbeit im Nassauer Land, über Landesgrenzen hinweg. Der Einladung zu dem kleinen zwanglosen „Sponsorentreffen“ gefolgt waren die Bürgermeister Hans-Jürgen Finkler (Hohenstein), Volker Satony (Hahnstätten) und Harald Schmelzeisen (Heidenrod). Mit von der Partie auch der rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Frank Puchtler (SPD) und sein hessischer Kollege Kai Klose (Grüne).
Puchtler ist zudem noch Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Hahnstätten und in seiner Heimatortsgemeinde Oberneisen und damit auch persönlich Aarbergener Nachbar. In diesen Funktionen weiß er, dass viele Menschen aus den rheinland-pfälzischen Gemeinden das Freibad in Michelbach gerne nutzen. Davon zeugen auch die zahlreichen Autos mit EMS-Kennzeichen auf dem Parkplatz. Deshalb kam ihm die Idee, ein Zeichen des Dankes für diese schöne Einrichtung zu setzen und er freute sich, dass die Idee von Kollegen aus der Region sofort aufgegriffen und unterstützt wurde.
„Schön, dass so viele potenzielle Spender zugesagt haben“, freute sich denn auch Aarbergens Bürgermeister Scheliga zusammen mit dem Vorstand des Fördervereins. Richard Jablonski erläuterte dann kurz, dass mit der Abgabe der alten Kacheln aus dem früheren Schwimmbecken gegen eine Spende von (mindestens) fünf Euro ein Beitrag zur Attraktivität des neuen alten Schwimmbades geleistet wird. Aktuell soll der Bau der Schaukelbucht finanziert werden. Der Förderverein übernimmt zudem einen Teil der Personalkosten und ermöglicht dadurch eine frühere Öffnung des Bades.
„Wir sind gute Nachbarn im Nassauer Land“, betonte Frank Puchtler und erwähnte, dass bei der Sanierung des Aarbergener Freibades auch viele Firmen aus der Aar-Region und Rheinland-Pfalz dabei waren. Natürlich sei die Spende für eine Kachel nur ein symbolischer Beitrag. Die Aarbergener freuten sich aber auch darüber und bedankten sich bei ihren spendablen Besuchern mit einer neuen Kreation des Kettenbacher Brennmeisters Holger Höhler. Jeder erhielt eine Flasche „WodkAAR“ - ein Wodka von der Aar.
Dann durften die Spender jeder eine der hellblauen Kacheln mit ihrem Namenszug versehen. Die Spenderfliesen werden in das bereits recht stattliche „Unterstützermosaik“ am Schwimmbadeingang eingearbeitet. Die Besucher erhielten dann bei einem Rundgang Gelegenheit, das von Grund auf sanierte und umgestaltete Freibad mit seinen vielen neuen Attraktionen in Augenschein zu nehmen, das von Schwimmmeister Stefan Heilhecker und seiner Kollegin Sandra Müller betreut wird. „Es ist schön, dass es so etwas gibt“, sagte Heidenrods Bürgermeister Schmelzeisen - wohl wissend, dass seine Gemeinde sich die finanzielle Belastung nicht leisten könnte.

