Von Thorsten Glesmer
Tauchclub Pulpo mit starker Nachwuchsarbeit/Aushängeschild Unterwasserrugby
WIESBADEN. Der Tauchclub (TC) Pulpo Wiesbaden wurde 1971 von achtzehn tauchbegeisterten Pionieren gegründet und zählte seinerzeit 28 Mitglieder. Zu diesem Zeitpunkt gehörten zum Verein die Bereiche Meeresbiologie, Archäologie, Tauchphysik, Unterwasserfilm, Unterwasser-Fotografie und Unterwasserjagd. Ein Jahr später wurde der letztgenannte Vereinszweck jedoch durch die "wissenschaftliche Durchdringung des Sporttauchens" ersetzt.
Nach fast 40 Jahren zählt der TC Pulpo rund 200 Mitglieder, zu denen - erfreulicherweise - zahlreiche Jugendliche gehören. "Heutzutage beschäftigen wir uns sehr intensiv mit einer guten Tauchausbildung unserer Mitglieder. Dabei kommen jedoch auch die sozialen Kontakte und Begegnungen außerhalb der Sportveranstaltungen nicht zu kurz", berichtet Barbara Duschek, Schriftführerin des Clubs. "In den letzten Jahren ist es uns gelungen, Kinder und Jugendliche für den Tauchsport zu interessieren und in das Vereinsleben zu integrieren. Bereits jetzt stellen sie mehr als ein Viertel der gesamten Vereinsmitglieder", berichtet die passionierte Taucherin stolz.
Umfangreiches Training
Als Grund für die gute Entwicklung des Tauchvereins nennt das Vorstandsmitglied unter anderem die Trainingsmöglichkeiten. "Zurzeit können unsere Mitglieder dreimal wöchentlich trainieren", sagt Duschek. Außerdem bieten zehn qualifizierte Übungsleiter und sechs Tauchlehrer neben einer fundierten Tauch-Ausbildung für Sporttaucher und Technische Taucher ein ausgewogenes Konditionstraining an, und zwar im Flossenschwimmen, Apnoe-Tauchen und im Unterwasserrugby. Außerdem steht ein allgemeines Training mit einem spielerischen Schnorcheltraining und der Optimierung der Schwimmlagen, Stile und Rettungsfertigkeiten auf dem Programm.
"Die Tauchausbildung verläuft dabei nach den Richtlinien des Verbands Deutscher Sporttaucher (VDST) und der Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques (CMAS) und wird somit weltweit anerkannt", versichert die Schriftführerin. "Mit viel Zeit, Ruhe und einem hohen Standard, vom Apnoe-Taucher über den Sporttaucher bis hin zum Technischen Taucher, der mit Mischgas taucht, ist bei uns alles vertreten".
Darüber hinaus werden Spezialdisziplinen in Sonderkursen gelehrt und geübt. Hierzu gehören die Gruppenführung, die Tauchsicherheit und Rettung, sowie die Orientierung unter Wasser, das Tauchen mit Trockentauchanzügen, Nachttauchen, Eistauchen und vieles mehr. "Um die hohe Qualität des Angebots zu sichern, begleiten wir interessierte Taucher bei ihrer Ausbildung zum Übungsleiter und Tauchlehrer", wirbt Barbara Duschek mit den Fördermöglichkeiten des TC.
Jugendausbildung
Dass dabei auch die Ausbildung der Jüngsten nicht zu kurz kommt, versteht sich für die engagierte Schriftführerin von selbst. Die Kinder- und Jugendausbildung ab sechs Jahren findet ebenfalls nach den Richtlinien des VDST und CMAS Deutschland statt. Kinder-Schnorchelbrevets, das Kinder-Tauchabzeichen in Bronze, Silber und Gold gehören ebenfalls zum Angebot. Gleiches gilt für das bereits mehrmals im Rahmen der Wiesbadener Ferienspiele angebotene Schnuppertauchen für Kinder und Jugendliche.
Die wohl faszinierendste Sportart, wenn sich eine solche Festlegung überhaupt treffen lässt, stellt sicherlich das Unterwasserrugby des Tauchclubs Pulpo dar. "Hierbei handelt es sich um eine einzigartige 3D-Sportart, bei der es das Ziel ist, einen mit Salzwasser gefüllten Ball in den gegnerischen Korb auf dem Beckenboden zu werfen", erklärt Duschek kurz die Spielregeln.
Sogar Weltmeister
Der TC Pulpo stellt in diesem außergewöhnlichen Sport zwei aktive Unterwasserrugby-Mannschaften. Die Herrenmannschaft des TC spielt in der Landesliga, während die Damen, zusammen mit Spielerinnen aus anderen Vereinen, in der 1. Bundesliga vertreten sind. "Zwei der Wiesbadener Spielerinnen wurden im Jahre 2003 mit der deutschen Nationalmannschaft sogar Weltmeisterinnen im Unterwasser-rugby", sagt Duschek stolz.
Für alle Mitglieder des Vereins wird einmal jährlich, meistens an einem sonnigen Mai-Wochenende, ein Ausflug zum Zelten nach Ludwigshafen an die "Blaue Adria" angeboten. Dann stünden sowohl das Tauchen im See als auch die Geselligkeit im Vordergrund. Jeder könne an der Seite von erfahrenen Tauchlehrern seine ersten Tauchgänge im Freiwasser machen und seine Erfahrungen beim anschließenden gemütlichen Beisammensein mit anderen Tauchern teilen, schildert Barbara Duschek.
"Als Schwerpunkt unserer taucherischen Praxisausbildung findet jedoch regelmäßig ein mehrtägiger Aufenthalt in Holland am Grevelinger Meer statt. Hier werden die im Schwimmbad erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten im Meer erprobt, geübt und perfektioniert", schildert sie die eindrucksvolle Welt des Tauchclubs Pulpo.

