Mensch und Hund als Team
26.02.2010 - WIESBADEN
Von Fabienne Krüger
TIERERZIEHUNG Wiesbadener Verein kümmert sich seit mehr als hundert Jahren um seine Klientel
Mensch und Hund - eine Affinität, die seit Jahrtausenden währt. Kein Wunder, dass Tierfreunde dieser auch im Verbund nachgehen. So auch in Wiesbaden, wo unter anderem der Verein der Hundefreunde dieses Feld bestellt - und das schon seit über 100 Jahren.
1901 schlossen sich - so weisen es die Urkunden aus - unter anderem der Goldschmiedemeister Carl Struck, der Kaufmann Rober Wetz, der Kriminalbeamte Friedrich Decker und ein gewisser Emil Bachofer zu einem Verein zusammen, dessen Ziel es war, die verschiedenen Interessen von Hundezüchtern zu bündeln und gemeinsame Aktivitäten zu gestalten. Aber erst zehn Jahre später, genau gesagt am 19. August 1911, wurde der "Verein Hundesport Wiesbaden" in das Vereinsregister der Stadt eingetragen, nachdem er in der mondänen Weltkurstadt 1907 die erste große Internationale Rassenhundausstellung auf die Beine gestellt hatte. Auf Antrag von Mitgliedern wurde 1926 eine Änderung des Vereinsnamens in "Verein der Hundefreunde Wiesbaden und Umgebung" mit dem Zusatz "gegründet 1901", vorgenommen. Man darf sich nun also trefflich streiten, wann der Verein sein 100-jähriges Bestehen feiern konnte beziehungsweise kann. Offiziell ist dies im kommenden Jahr der Fall.
Vierbeiner brauchen bewegung, Bewegung braucht Platz: 1961 ist es dem Traditionsverein gelungen, einen langjährigen Pachtvertrag mit der Stadt Wiesbaden für das Freigelände in der "Nonnentrifft" an der Aarstraße im hinteren Walkmühltal abzuschließen. Seitdem sind Bello, Hassan und ihre "zweibeinigen Alphatiere" dort beheimatet. Hier bieten Hundetrainer sowohl eine Grundausbildung für alle Rassen, als auch Junghund- und Welpenkurse an. Dabei ist es dem Verein ein besonderes Anliegen, die individuelle Beratung und Unterstützung des Teams "Mensch und Hund" bei der Erziehung und Ausbildung des Tieres zu gewährleisten.
Ausbildungsziele sind unter anderem die Vermittlung von Grundlagenwissen zur Hundeerziehung und die Förderung eines artgerechten Sozialverhaltens zwischen den Hunden. Individuelle Hilfestellung bei Problemen in einzelnen Entwicklungsstufen ist bei zurzeit sieben lizensierten Hundetrainern jedem einzelnen Tier gewährleistet.
In der Ausbildung zum "verkehrssicheren Begleithund" lernt das Tier beispielsweise am Fuß zu gehen oder auf Hörzeichen zu achten. Die individuelle Hundeentwicklung entscheidet dabei über die Trainingsdauer und den Zeitpunkt der abschließenden zehn- bis 15-minütigen Prüfung. Seit 1999 veranstaltet der Verein zudem regelmäßig Turniere, in denen die Erfolge der lizensierten Hundetrainer und ihre Schützlinge der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Sport- und Ausbildungsleiter Heiko Buch stellt an seine zukünftigen "tierischen" Mitglieder lediglich zwei Anforderungen: sie müssen geimpft und versichert sein. "Unabhängig davon, ob es nun Mischlings- oder Rassenhundebesitzer sind - alle Interessierten sind bei uns herzlich willkommen, um die sportlichen und gesellschaftlichen Angebote zu nutzen", sagt Buch.
Der Verein versucht, seine Mitglieder auch nach der ersten Hunderziehung zu halten und sie für die Mitwirkung zu interessieren, denn "ohne die unentgeltliche und unermüdliche Arbeit der Übungsleiter, die Hilfe der Mitglieder und die Arbeit des Vorstandes, wäre ein Fortbestehen des Vereines gar nicht möglich", so Buch.
Seit 1999 erkennt das hiesige Finanzamt die Gemeinnützigkeit des Vereins an - eine für die Hundefreunde wichtige Tatsache, denn so kann der Verein um Spenden werben. Das Geld wird für Reparaturen und Investitionen auf dem Übungsgelände, sowie für die Pacht der Nonnentrift benötigt. Auch die aus den erfolgreich veranstalteten Hundesportzusammenkünften erzielten Einnahmen tragen zur Finanzierung des Vereins bei.

