Winzer unter Verdacht
09.02.2012 - WALLUF
Von Christoph Cuntz
ERMITTLUNGEN Offenbar Kontrolleur mit Flasche geschlagen
Eine Weinkontrolle in einem Wallufer Gut ist offenbar zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung eskaliert, bei der der Winzer den Kontrolleur mit einer Weinflasche geschlagen und verletzt haben soll. Ein Sprecher der Polizei bestätigte auf Anfrage, dass es am 1. Februar einen solchen Vorfall gegeben haben soll. Gegen den 51 Jahre alten Winzer werde wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt. Weitere Auskünfte würden wegen des laufenden Verfahrens nicht erteilt.
Unter Rheingauer Winzern ist der Vorfall allerdings Gesprächsthema. Es heißt, der Weinkontrolleur sei zwischen 8.30 und 9 Uhr im Weingut erschienen.
Intensive Kontrolle zur Mittagszeit
Die Kontrolle sei intensiv gewesen, zur Mittagszeit sei es zum Streit gekommen, weil man unterschiedliche Auffassungen über Abläufe und Prüfberichte gehabt habe. Es soll zu einem Wortgefecht gekommen sein. Dann habe der 51-Jährige mit einer Flasche auf den Weinkontrolleur geschlagen. Beim Versuch, den Angriff abzuwehren, sei die Flasche zersplittert. Der Winzer soll sogar ein weiteres Mal mit einer Flasche zugeschlagen haben.
Der Weinkontrolleur habe mit einem Rettungswagen in eine Klinik gefahren werden müssen. Er sei dort behandelt, aber nicht stationär aufgenommen worden. Über ihn heißt es, er zähle zu den Weinkontrolleuren, die die umfangreichen Regeln und Vorschriften mit Augenmaß anwendeten.
Die Weinkontrolle ist dem Hessischen Landeslabor zugeordnet, das wiederum ein Resort des Umweltministeriums ist. Ein Ministeriumssprecher sagte gestern, der angegriffene Mitarbeiter habe Kopfverletzungen und Platzwunden. Er befinde sich in ärztlicher Behandlung und sei krankgeschrieben. „Wir wünschen ihm gute Genesung“. Darüber hinaus wollte sich das Ministerium mit Blick auf die Ermittlungen nicht äußern.
Der Winzer selbst sagte auf Anfrage, er werde auf Anraten seines Anwaltes keine Angaben machen. Der 51-Jährige wird als freundlicher Mann beschrieben, der keinen gewalttätigen Eindruck macht. Er hatte sich in den vergangenen Jahren in der Wallufer Kommunalpolitik engagiert.

