Oldtimer in der Feldtorhalle
22.02.2012 - RÜDESHEIM
Von Barbara Dietel
ASBACH-GELÄNDE Eigentümer der Villa Sturm will Gebäude für Ausstellungen nutzen
Mehr als 15 Jahre tat sich auf dem Asbachgelände nicht viel, jetzt geht es Schlag auf Schlag: Vor zwei Monaten verkaufte die Stadt die Fläche rund um das ehemalige Hotel Jung und das Haus am Bienengarten - insgesamt 44000 Quadratmeter - an die Firma Medem Care Immobilien. Sie will dort eine stationäre Pflegeeinrichtung und barrierefreie Wohnungen für Senioren bauen. Vor zwei Wochen dann der Blitzverkauf der 5 500 Quadratmeter großen Fläche mit der Feldtorhalle und der Schlosserei an Gerhard Heukerott, den Eigentümer der Villa Sturm an der Rüdesheimer Rheinstraße.
Das Wohngebiet ist vom Tisch
Mit der Idee der WIR, die Feldtorhalle abzureißen und auf dem Gelände ein Wohngebiet für exklusives Wohnen auszuweisen, kam im September vergangenen Jahres der Stein ins Rollen. Doch das Wohngebiet ist jetzt vom Tisch, zu teuer sind die Abrisskosten. 700 000 Euro, so hatte die Nassauische Heimstätte vor einiger Zeit ermittelt, würde der Abriss der Feldtorhalle kosten. Deshalb tauchte in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses Ende Januar die Frage auf, ob die Halle nicht besser stehen bleibt und die Stadt auf die Suche nach einem Interessenten begibt, der das Grundstück bebaut kauft.
Nur eine Woche später zur Stadtverordnetenversammlung gab es dann das Angebot Heukerotts: Eine Million will der frühere FDP-Vorsitzende für die Fläche zahlen. Und die Stadtverordneten stimmten zu, auch wenn sie gar nicht so genau wussten, was Heukerott dort vorhat. Von einem Museum sei die Rede gewesen, sagt Bürgermeister Volker Mosler (CDU), und das der frühere Motorrennfahrer sein Rennteam dort integrieren wolle.
Auch mit der Villa Sturm, die er 1996 kaufte, hatte der Frankfurter Großhandelskaufmann einiges vor. Doch er überwarf sich sowohl mit dem Betreiber des Rollermuseums, einem alten Freund aus Renntagen, wie auch mit den Veranstaltern der Konzerte in der Villa Sturm. Aus den Plänen, in der denkmalgeschützten Villa ein Schulungs- und Kongresszentrum einzurichten, wurde ebenso wenig etwas wie aus der kleinen Weinstube. Die Villa steht weitgehend leer. Heukerott, der oft auf Reisen ist, wohnt, wenn er mal in Rüdesheim ist, im Anbau, erzählt man sich in Rüdesheim.
Auch wenn es Heukerott nicht gelungen sei, Leben in die Villa Sturm zu bringen, so habe er das ehemalige Landratsamt doch richtig schön saniert, betont Stadtverordnetenvorsteher Michael Barth (WIR), der ganz zuversichtlich ist, dass der Wahl-Rüdesheimer auch auf dem Asbachgelände was Passendes hinbekommt. Als Vorsitzender des Asbach-Ausschusses verhandele er schon seit Monaten mit Heukerott, erklärte Barth. Ursprünglich sei er an anderen Grundstücksteilen auf dem Asbachgelände interessiert gewesen, die die Stadt jedoch separat nicht verkaufen wolle. Heukerott habe einen großen Fundus an Oldtimern, die künftig in der Feldtorhalle ausgestellt werden sollen. Was Heukerott mit seinem Rennstall vorhat, der derzeit offenbar noch in der Nähe von Bad Kreuznach seinen Standort hat, weiß auch Barth nicht so genau. Aber bis dahin sei es auch noch ein weiter Weg. Jetzt gehe es erst einmal darum, den Kaufvertrag auszuhandeln.

