Rückenwind für Geisenheim
07.05.2012 - KREIS
CAMPUS Kreistag begrüßt Hochschule neuen Typs / Dafür nötiges Geld nicht bei anderen kürzen
(tt). Einstimmig hat der Rheingau-Taunus-Kreistag ein Bekenntnis zum Hochschulstandort Geisenheim abgelegt.
Er bedauert, dass das Land Rheinland-Pfalz im Sommer 2010 den Staatsvertrag und die Mitfinanzierung der Forschungsanstalt aufkündigte, begrüßt aber ausdrücklich die inzwischen von der Landesregierung eingeleitete Entwicklung am Campus Geisenheim zu einer eigenständigen Hochschule neuen Typs. Sie soll Forschung und Lehre künftig unter einem Dach zusammenführen.
Konstruktive Zusammenarbeit
In seiner jüngsten Sitzung würdigte der Kreistag ausdrücklich die „konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten“. In seinem Beschluss unterstützt er die inhaltliche Neuausrichtung der Forschung und Lehre mit erweiterten Schwerpunkten und neuen Projekten, gleichzeitig unterstrich das Kreisparlament, wie sehr ihm daran gelegen ist, dass die Forschungsanstalt bei der inhaltlichen Neuausrichtung des Campus Geisenheim den Bereich „Bio-Weinbau“ weiterhin als einen Schwerpunkt der Ausbildung pflegt.
An die Hessische Landesregierung richtete der Kreistag die Forderung, das für die Hochschule neuen Typs nötige Geld „dauerhaft und verlässlich“ bereitzustellen. Das dürfe aber nicht dazu führen, dass anderen Hochschulen Mittel entzogen werden.
Der Kreistag ging davon aus, dass der Aufbau der Hochschulverwaltung in Geisenheim zwischen 3 und 3,5 Millionen Euro kosten wird und dass sich die laufenden Kosten, zum Beispiel für Personal, auf jährlich rund 800 000 Euro belaufen werden.
Den Beschlussantrag hatte die CDU vorgelegt, er wurde durch einen Änderungsantrag der Grünen modifiziert. Alle Fraktionen waren sich darüber einig, dass die Forschungsanstalt und die Hochschule Rhein-Main hohes internationales Ansehen genießen, dass es zu erhalten und zu pflegen gilt.
Wissenschaftsrat ist jetzt am Zug
Nach der Anhörung von Vertretern der Forschungsanstalt und der Fachhochschule im Hessischen Landtag vor wenigen Tagen steht jetzt als nächster, entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer eigenständigen Hochschule die Bewertung durch den Wissenschaftsrat an. Ende Juni wird eine Delegation erwartet, die beurteilen soll, ob Geisenheim die erste Hochschule neuen Typs in Deutschland werden kann.


