Reben dienen als Sauerstofflieferant
14.01.2012 - KIEDRICH
WEINBAU Workshop bei der Winterfachtagung
(bm). Ein Hektar Reben produziert rund drei Mal mehr Sauerstoff als ein Hektar Wald, sagte der Direktor der Forschungsanstalt, Hans-Reiner Schultz, als er bei der Winterfachtagung des Rheingauer Weinbauverbands über das Thema „Nachhaltigkeit“ referierte. Dazu hatte zuvor ein Workshop stattgefunden, der aber nur schwach besucht war, auch wenn „Nachhaltigkeit“ das „Thema der Zukunft“ sei, wie Schultz betonte. Über die Nachhaltigkeitsstrategie im Weinbauland Franken hatte Hermann Kolesch von der bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim referiert. Franken werbe damit, dass für die Produktion einer Flasche Wein nur ein Kilogramm CO2 anfalle, so wenig wie in keinem anderen Anbaugebiet.
„Wir reden zu viel über CO2“, meinte Schultz. Die Ressource des 21. Jahrhunderts sei das Wasser, insofern sei nicht nur der CO2-Fußabdruck eines Betriebs wichtig, sondern auch dessen Wasserbilanz. Bei diesem „knappsten Gut“ seien noch große Einsparungen möglich, auch im Weinbau, der im weltweiten Schnitt 960 Liter Wasser zur Produktion einer Flasche Wein brauche, wie Maximilian Freund von der Forschungsanstalt ausführte.
Professor Rainer Jung, Experte für „Weinverpackungen“, hatte über die „nachhaltige Leichtigkeit“ des Weins in alternativen Behältnissen berichtet. Bei der Produktion einer Glasflasche werde viel mehr CO2 freigesetzt als zum Beispiel bei PET-Flaschen oder Bag-in-Box-Verpackungen, in denen der Wein in Folienbeutel gefüllt wird, die von einem Karton umgeben sind. PET-Flaschen für Wein müssten aber speziell beschichtet sein und könnten nur noch für andere Verwendungszwecke recycelt werden.
Zur Nachhaltigkeit gehört für Weinbaupräsident Stefan Ress auch, dass das Know-how der Agrarmeteorologen erhalten bleibt, die der Wetterdienst bald von Geisenheim abziehen will. Die Beratungs- und Dienstleistungen haben „ihren Marktwert, weit über die unmittelbaren Interessenten im Rheingau hinaus“, sagte er. Diese Ressource sollte in der neuen Hochschule in Geisenheim angesiedelt werden.

