An der Umsetzung hapert es noch
17.08.2012 - GEISENHEIM
Von Bernd Minges
ENERGIETAG Lokale Agenda, Forschungsanstalt und Kompetenzzentrum informieren über Klimaschutz
Das Interesse am Energiesparen „ist auf jeden Fall da“, sagt Manfred Vogel vom Kompetenzzentrum Erneuerbare Energie. „Sobald es aber um die konkrete Umsetzung geht, wird es schwieriger“, sagt der Geschäftsführer des vom Rheingau-Taunus-Kreis eingerichteten Kompetenzzentrums. Dabei zahlen sich die Investitionen meistens langfristig aus. Es sei selbstverständlich, dass ein Hauseigentümer eine Kosten-Nutzen-Analyse machen müsse und dabei zum Ergebnis komme, dass eine Dämmung für sein Gebäude unter dem Strich zu teuer sei. Aber vielleicht lohne sich dann eine Investition in eine neue Heizung.
E-Autos und E-Bikes
Antworten auf diese Fragen finden die Rheingauer Bürger am Samstag, 1. September, von 10 bis 20 Uhr beim Geisenheimer Energietag. Dazu laden die Forschungsanstalt, die lokale Agenda Geisenheim und das Kompetenzzentrum ein. Auf dem Campusgelände präsentieren sich Betriebe, die zum Beispiel aus den Bereichen Solartechnik, Dämmung oder Heizungsbau kommen. Eine Geisenheimer Autofirma stellt ein Elektrofahrzeug für Probefahrten zur Verfügung. Außerdem können E-Bikes getestet werden.
Wichtig seien auch Aktionen für Kinder und Jugendliche, sagt Jürgen Hoffmann, der in der Agendagruppe und im Geisenheimer Solarstammtisch mitarbeitet. Die Rheingauschule führt Versuche rund um das Thema Dämmung vor und befasst sich mit der Frage, ob die Brennstoffzelle der „Motor“ der Zukunft sei. Eine Vorlesung für Kinder (10.30 Uhr) beantwortet die Frage „Was ist Energie“. Darüber hinaus gibt es Physik und Chemie aus dem Experimentierkoffer vom „Kultourbüro“. Das Lesefest im Rheingau-Taunus-Kreis ist um 14 Uhr als Gast auf dem Campus. Für Kinder ab zehn Jahren schildert Professor Werner Buggisch anschaulich, welche Bedeutung Klima und Klimaschutz haben.
Der Winkeler Hauseigentümer Norwin Terfoort wird erläutern, wie er ein Haus aus dem Jahr 1998 technisch für die Zukunft fit gemacht und mit viel Eigenleistung ein äußerst energieeffizientes Haus geschaffen hat.
Beispiel Waldalgesheim
Der Vortrag findet im Rahmen des Fachforums Erneuerbare Energie statt, zu dem das Kompetenzzentrum ab 11 Uhr in den Gerd-Erbslöh-Hörsaal einlädt. Es gibt Informationen über innovative Heizungen, Dämmmaßnahmen und Stromerzeugung mit Solardächern und Windkraftanlagen. Insbesondere für Kommunalpolitiker ist der Vortrag von Gerhard Hanke interessant. Der Ortsbürgermeister aus Waldalgesheim habe die Energiewende schon umgesetzt, teilt das Kompetenzzentrum mit. Mit Pelletheizungen, einer Nahwärmeversorgung mit Hackschnitzeln, Solarpark, Solarcarport und einem Windpark sei Waldalgesheim „Energieplusgemeinde“: Es wird mehr Energie produziert als verbraucht. Mit den Einnahmen aus der Energieproduktion seien Investitionen ermöglicht worden, die allen Bürgern zugutegekommen seien. Über die Beteiligung von Bürgern informiert die Genossenschaft „pro Energie“.


