Forschung und Lehre gemeinsam?
24.12.2011 - GEISENHEIM
Von Barbara Dietel
HOCHSCHULE GEISENHEIM Staatssekretär Jung beruft Steuerungsgruppe ein / Gründung zum 1. Januar 2013 geplant
Die erforderlichen Schritte zur Zusammenführung der Forschungsanstalt Geisenheim und des Fachbereichs Geisenheim der Hochschule RheinMain in eine eigenständige Hochschule werden von einer Steuerungsgruppe begleitet, die sich jetzt auf Initiative von Staatssekretär Ingmar Jung konstituiert hat, teilt das Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit. Zum 1. Januar 2013 sollen die Forschungsanstalt und der Fachbereich der Hochschule RheinMain zusammengelegt werden und damit am Standort Geisenheim Forschung und Lehre unter dem Dach einer eigenständigen Hochschule vereinigen.
An der ersten Sitzung der Steuerungsgruppe nahmen die Leitungen der Forschungsanstalt und der Hochschule RheinMain, des Fachbereichs Geisenheim sowie Vertreter der Personalräte, der Studierenden und des Umweltministeriums teil, teilte das Ministerium mit.
Anlass für die Diskussion um eine Neuorganisation am Studien- und Forschungsstandort Geisenheim war der Ausstieg von Rheinland-Pfalz aus der Mitfinanzierung der Forschungsanstalt. Schon bald zeichnete sich ab, dass die seit 1971 bestehende Trennung zwischen Forschung und Lehre in Geisenheim wieder aufgehoben werden soll. Diskutiert wurden zwei Modelle: eine eigenständige Hochschule in Geisenheim, die allerdings wegen des Fehlens einer zweiten Fakultät keinen Universitätsstatus gehabt hätte, und der vom Präsidenten der Hochschule RheinMain, Professor Detlev Reymann, favorisierte Vorschlag, Geisenheim als universitären Fachbereich in die Hochschule einzugliedern. Die Koalitionsrunde aus CDU und FDP hatte sich Anfang Dezember für die eigenständige Hochschule ausgesprochen. „Nur durch die konzertierte Anstrengung aller Beteiligten lässt sich der ambitionierte Zeitplan, die neue Hochschule zum 1. Januar 2013 zu gründen, verwirklichen“, sagt Staatssekretär Jung. In der Steuerungsgruppe habe man sich einvernehmlich auf eine Projektstruktur mit Arbeitsgruppen verständigt, denen jeweils Fachleute beider Institutionen und Vertreter der Beschäftigten und der Studierenden angehören werden. Dabei geht es um die Themen Recht, Konzept, Struktur, Finanzen, Personal, Kommunikationstechnik und Bau.
Das Projekt sei inhaltlich und zeitlich eine große Herausforderung, auch im Hinblick auf die 2012 ausstehende Evaluierung durch den Wissenschaftsrat, erklärt der Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, Professor Hans Reiner Schultz. Das sei nur gemeinsam zu bewältigen. „Ich freue mich auf die Verwirklichung dieser Chance.“
Die Vertreter des AStA Geisenheim, René Schmidt und Hendrik Weber, sind gespannt auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppen. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese nicht zum Nachteil der Studierenden ausfallen“, erklärten die beiden.

