Musik für sozialen Zweck
20.07.2010 - ERBACH
Von Kerstin Prosch
BENEFIZKONZERT Lions und Kiwanis präsentieren „Best of“ von Annette Postel
Blond, adrett, frech. Das ist Annette Postel. Männer hält sie beispielsweise für Themenroboter, wie sie beim Benefizkonzert „Sommernachtsspitzen“ des Lions-Club Rheingau und des Kiwanis-Club Frankfurt verriet. Denn Männer liefern ununterbrochen neue Themen für Chansons. Was ein Glück, wird sicher mancher im Publikum gedacht haben.
Konzert vor romantischer Kulisse
Denn sonst wäre der Abend im Weingut Baron Knyphausen in Erbach sicherlich nur halb so lang und schön gewesen. Die rund 400 Zuhörer sitzen bei einem Gläschen Wein unter großen weißen Zelten auf einer Wiese. Auf der einen Seite die Weinberge, auf der anderen Seite ein kleiner Teich mit Schilf, über dem langsam die Sonne untergeht. Romantischer kann man sich die Kulisse für ein Benefizkonzert nicht vorstellen.
Annette Postel, am Klavier begleitet von Klaus Webel, präsentiert ein „Best of“ aus bisherigen Programmen. Im ersten Teil entführt sie ihr Publikum zurück in die 20er Jahre. Der zweite Teil ist Kurt Weill gewidmet. Im dritten Teil bringt sie selbst geschriebene Opernparodien zu Gehör. Nur ein einziges Mal singt sie ein Lied in Englisch, das sie dann aber auch schnell übersetzt. „Ich finde, bei englischen Liedern schalten die Zuhörer ab“, erklärt sie. Die Melodie werde zwar noch wahrgenommen, der Text dagegen nicht mehr. Doch gerade auf den kommt es Postel an, die sich als Musikkabarettistin versteht. Meist tritt sie in Sälen auf. Sie mag jedoch Open-Air-Veranstaltungen mit ihrem ganz eigenen Flair. Als positiv empfindet sie dabei unter anderem, das Publikum und seine Reaktionen sehen zu können. Im abgedunkelten Saal sei das oft gar nicht möglich.
Der Lions-Club Rheingau und der Kiwanis-Club Frankfurt haben Postel und Webel ganz gezielt ausgewählt. Vor jedem Benefizkonzert werden laut Friedrich J. Suhr von Kiwanis etwa zehn bis 15 Künstler angesehen und dann in teils lebhafter Debatte eine Auswahl getroffen. Das Benefizkonzert gibt es bereits im achten Jahr im Weingut Baron Knyphausen. Die Initiative zu der Veranstaltung ging vom Hausherr, der bei den Lions aktiv ist, und von Kiwanis-Mitglied Horst Junius aus. Die zwei kamen ins Gespräch, als Junius Wein kaufen wollte.
Erlös fließt auch in die Region
Seitdem organisieren die beiden Clubs das Konzert gemeinsam - sehr zur Begeisterung von Suhr. „Das ist etwas Besonderes. Normalerweise macht jeder etwas für sich“, erklärt er. Der Erlös des Benefizkonzertes liegt meist zwischen 7500 und 8000 Euro, was natürlich nur dank der vielen ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer möglich ist. Das Geld teilen sich die beiden Veranstalter. Beim Lions Club fließt es laut Thomas Heil in die allgemeine Arbeit. Davon profitiert habe beispielsweise die ökumenische Hospizinitiative in Rüdesheim und etliche Schulen, unter anderem die Walluftalschule. Hier läuft das Projekt „Klasse2000“, das die Gesundheit der Schüler fördern soll.

