Samstag, 11. Februar 2012 17:22 Uhr
URL: http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/kultur/musik/8955496.htm

Wiesbadener Tagblatt

Musik 

Expressiv, erdig und doch elegant

28.05.2010 - WIESBADEN

Von Peter Müller

KONZERT Frank Lacy Quartet im Camera



Weißes Smoking-Jackett, die sperrigen Dreadlocks unter einem Piratentuch gebändigt, dazu Lackschuhe und eine Whiskey-verhangene Stimme - der Mann aus Houston ist schon ein ziemlich extravaganter Typ. Wofür nicht nur spricht, dass er seiner zweiten geschiedenen Frau schon allein deshalb eine eigene Jazzballade widmet, weil er sich durchaus vorstellen kann, sie noch einmal zu heiraten. Nein, Frank „Ku-umba“ Lacy ist auch zweifellos ein ganz besonderer Posaunist. Einer, der zwischendurch mal Physik, dann Musikwissenschaft und afrikanische Geschichte studiert hat, um daneben in Rhythm-and-Blues-Bands zu wildern und dann bei Studienkollegen wie Branford Marsalis oder Wallace Roney das Horn zu blasen. Allerdings war das nur der Startschuss zu einer Karriere, die sich weder in eine Genre-, noch in eine Stilschublade stecken lässt. Lacy ist inzwischen längst eine absolute Szene-Größe.



Verblüffende Mixtur



Das alles, nicht zuletzt seine Zeit als Mentor von Trompeten-Star Roy Hargrove muss man erwähnen, um sich der verblüffend integrativen Mixtur des 52-Jährigen zu nähern: Bebop, Postbob, Fusion, Funk, Blues, Afro Beat und und und - Lacy tuppert bei seinem Auftritt im Camera Elemente unterschiedlichster Stile zu einem ganz eigenen Cocktail ein. Das Repertoire, von Gino Vanellis großartig melancholischem „The surest things can change“ in Moll über luftige Jazzballaden wie „Alicia“ bis zu vertrackt arrangierten Charlie-Mingus-Hommagen, könnte denn auch breiter gestreut kaum sein. Und wenn es sein soll, greift Mr. „Ku-umba“ auch schon mal zum Mikro und scattet, wenn auch eher mit beeindruckender Verve denn überragendem Talent, munter drauf los.



Die famosen Vier



Sein Posaunenspiel dagegen ist nach wie vor Extraklasse: expressiv, erdig und dennoch elegant. Seine zwei Sechzig-Minuten-Sets sind auch deshalb so bemerkenswert, weil er in einem Quartet steht, das in dieser Formation erst einen gemeinsamen Gig hingelegt hat. Promoter Peter Schilbach hat den derzeit mit dem St. Nick´s Quartet tourenden Lacy und ein Austria-Trio - Martin Reiter (Piano), Wolfram Derschmidt (Bass), Dusan Novakov (Drums) - quasi von der grünen Wiese des österreichischen „INNtöne Festivals“ gezerrt und nach Wiesbaden bugsiert. Eine wieder mal ausgesprochen gute Wahl, zumal die Ösi-Fraktion auch immer wieder genügend Raum kriegt, ihr Können unter Beweis zu stellen. Frontmann Lacy teilt sich das Ganze durchaus ökonomisch ein, was vor allem das Duo Reiter/Derschmidt immer wieder mit formidablen Soli nutzen - ohne dass der auf fast intuitive Art geschlossene Sound der famosen Vier verloren geht. Schlichtes Fazit: ein klasse Konzert, das ein Stil-Etikett nun wirklich nicht braucht.

Frank Lacy mit Bassist Wolfram Derschmidt.	Foto: wita/Stotz

Frank Lacy mit Bassist Wolfram Derschmidt. Foto: wita/Stotz


Wetter

Wiesbaden

heiter
-11 – -4 °C
Heute
wolkig
-12 – -3 °C
Sonntag
Schneefall
-3 – 3 °C
Montag
Mehr Wetter

Fastnachtsfotowettbewerb 2012

Abstimmung

„Merkozy“ – ist der Schulterschluss Merkel – Sarkozy zu eng?




Videos

ESWE Versorgung

Sonderveröffentlichungen

VIP TIPP

VIP TIPP Wiesbaden

Specials

  • Galeriebild zur Spendenaktion Leser helfen Leser helfen Hier finden Sie alles zur Weihnachtsaktion – und wie Sie spenden können.
  • Kruschel Groß und Klein finden hier alles Neue von unserem knuffigen Zeitungsmonster.
  • Flughafen Frankfurt am Main Flughafenausbau Der Rhein Main Airport wächst - so wirkt sich das auf unsere Region aus
  • opel Opel Was gibt es Neues beim Rüsselsheimer Autobauer? Hier erfahren Sie es.

2 Wochen kostenlos Probelesen










Fuß Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
Ende der Seite Zurück zum Service | Zurück zu den Verlagsservices | Zurück zur Navigation | Zurück zum Inhalt | Zurück zur rechten Spalte
0.520839929581 Sekunden