Von Axel Zibulski
Staatsorchester Mainz unter Catherine Rückwardt mit Barbara Emilia Schedel und Bhawani Moensad
Reichlich später Mozart: Mit Nummern aus "La clemenza di Tito" war dessen letzte Oper im jüngsten Konzert der Mozart-Gesellschaft ebenso vertreten wie zwei Arien aus seiner "Hochzeit des Figaro". Die Sopranistin Barbara Emilia Schedel stellte ihr "Giunsi alfin..." pianostark und höchst schwerelos in den Thiersch-Saal des Kurhauses. Eine zwar kleine, aber eben auch feine Stimme war hier zu hören. Mezzo-Kollegin Bhawani Moennsad klang satter, herber, kräftiger, etwa als Cherubino, ebenfalls aus der "Hochzeit des Figaro". Die beiden jungen Sängerinnen gastierten gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester Mainz in diesem Konzert der Mozart-Gesellschaft. Dass manche Bläser-Einsätze ein wenig ungenau und hakelnd, die Begleitung der beiden Solistinnen in den Arien und Duetten bisweilen etwas zu dominant ausfiel, kompensierte die Mainzer Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt durch eine so lebendige wie agogisch fein auf die Sängerinnen abgestimmte Mitgestaltung des linksrheinischen Orchesters. Die beiden Vokal-Künstlerinnen überzeugten auch in der weiteren Auswahl von Nummern aus Opern Mozarts: Barbara Emilia Schedel gestaltete die "Zeffiretti"-Arie aus "Idomeneo" leicht und zwischentonreich, Bhawani Moennsad bot mit dunkler Leidenschaft ihr "Parto, ma tu ben mio", ebenfalls aus Mozarts letzter Oper "La clemenza di Tito". Weitgehend solide stellte das Philharmonische Staatsorchester Mainz dessen "Linzer" Sinfonie C-Dur KV 425 ans Ende des von Catherine Rückwardt geleiteten Konzerts. Ein vokaler Höhepunkt hingegen war das Duett von Fiordiligi und Dorabella ("Ah Guarda") aus "Così fan tutte" zu Beginn des zweiten Programmhälfte gewesen, in dem die beiden Solistinnen durch eine hoch subtile Feinabstimmung der Gesangslinien zeigten, wie gut sie miteinander harmonierten.

