Camerata Bonn zu Gast in Kloster Eberbach
rhe. Für das Konzert im Dormitorium von Kloster Eberbach hatte die Camerata Bonn Kompositionen mitgebracht, die man nur höchst selten zu hören bekommt, sieht man von Johann Sebastian Bachs Sonate für Flöte und Cembalo in h-Moll (BWV 1030) ab, die öfter auf den Programmen erscheint. Die japanische Flötistin Atsuko Koka spielte dieses Werk mit der zuverlässigen Begleitung von Engelbert Hennes in den schnellen Sätzen in schöner Linienführung, das Presto in spielerisch perlender Gestalt, das Andante erhielt in feiner Schwebung sensible Kontur. Begonnen hatte der Nachmittag mit der Interpretation eines Concertos in g-Moll von Antonio Vivaldi für Flöte, Violine und Basso Continuo, zu den bereits Genannten traten wie am Ende des Konzerts in Georg Philipp Telemanns Quartett Nr. 3 in G-Dur noch Hans Jürgen Ganster (Violine) und Marcel Körner (Violoncello). Apart und in feingliedriger Dezenz erklang der Vivaldi, das sechssätzige Quartett Telemanns wurde zu einem Musterbeispiel ambitionierten, gelösten Musizierens. Es gelang den Konzertierenden, Telemann dank der filigranen Nachzeichnung seines galanten Stils als "Wegbereiter der Klassik" vorzustellen. Vorher spielte Hans-Jürgen Ganster in weichem, fülligem Ton Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate in F-Dur (KV 374 d) für Violine und Klavier. Sein Begleiter Engelbert Hennes war dem Cellisten Marcel Körner bei Ludwig van Beethovens 12 Variationen über das Thema "Ein Mädchen oder Weibchen" der kongeniale Partner. In ihrer Wiedergabe konnte man den Herzenswunsch des Papageno als flehentliche Bitte oder Anspruch, manchmal auch als Lamento verstehen, - ein vom prononcierten Ton des Cellos und den umspielenden Arabesken des Klaviers köstlich gerahmter Grenzgang in menschliche Empfindungen. Die Zuhörer im leider nur zur Hälfte besetzten Saal spendeten den Bonner Gästen, die sich im Herbst an gleichem Ort erneut mit einem Barockkonzert vorstellen, herzlichen Beifall.

