Daniel-Honsack-Konzertreihe beginnt
23.01.2012 - WIESBADEN
Von Christina Kilb
Mit dem Titel „Vielfalt Klarinette“ wurde am vergangenen Freitag die Daniel-Honsack-Konzertreihe für dieses Jahr eröffnet. Viermal im Jahr findet die von Daniel Honsack - einem Kulturschaffenden im wahrsten Sinne des Wortes und ehemaligem Tagblatt-Mitarbeiter - noch vor seinem frühen Tod im Jahr 2009 ins Leben gerufene Konzertreihe statt. Heute wird sie von seiner Lebensgefährtin Sandra Wintermeyer und der Saxophonistin Steph Winzen in seinem Gedenken weitergeführt und dankenswerter Weise vom Ortsbeirat sowie der Ortsverwaltung Biebrich unterstützt. Im Trausaals im Biebricher Rathaus wird so eine Plattform für junge Künstler geboten.
Für diese Reihe ist es charakteristisch, jedes Mal ein anderes Instrument in den Vordergrund zu stellen. Der jüngste Konzertabend stand nun ganz im Zeichen der erst 300 Jahre alten Klarinette.
Mischung aus Klassik, Romantik und Moderne
Sieben Künstlerinnen entführten das Publikum in die Welt der Klarinette: Helena Schuh (Klarinette), Lisa Groll (Klarinette), Anika Jahnke (Klarinette), Katharina Zahn (Klarinette), Veronika Voß (Bassklarinette und Klarinette), Julia Penner (Klavier) und Catharina Beimborn (Klavier). Es gelang ihnen mit einer bunten Mischung aus Klassik, Romantik und Moderne die Zuhörer in wahrlich vielfältigster Form mit dem Instrument vertraut zu machen.
Zu und neben den Klängen der Klarinette kam auch der im Trausaal beheimatete Flügel zum Einsatz, dessen Musik am brillantesten in der von Catharina Beimborn gespielten Elegie (op.3, Nr.1) von Rachmaninoff hervorstach. Das Programm begeisterte nicht nur durch seine reiche Abwechslung an Stücken, die mal im Solo, mal im Klarinettenquartett und mal im Zusammenspiel mit dem Flügel erklangen, sondern auch durch die charmant dargebrachten Zwischeninformationen zu den jeweils folgenden Stücken.
Die musikalisch breite Mischung reichte von Clare Gundmans Caprice for Clarinets über Johann Stamitz Klarinettenkonzert, dem ersten überhaupt, Paul Harvey und George Gershwin, über Mozart, Carl Maria von Weber, August Hendrik Winding, der das Besondere der Klarinette in der Tiefe warm und in der Höhe strahlend hell erklingen zu können, mit seinen Drei Phantasiestücken op. 19 erfasste. Es erklangen zudem Werke von Bernhard Crusell, Rachmaninoff, ein Celebrated Air, durch die Klarinetten mal ganz anders erklingender Bach, Louis Cahuzac und Carl Böhms Quartett in F, das ursprünglich für vier Violinen geschrieben, nun aber in der speziellen Art der Klarinetten dargeboten wurde.
Die Zugabe der Künstlerinnen des humorvollen und lebendigen Programms setzte mit einem Medleyschmankerl aus verschiedenen Melodien wie „Sandmann lieber Sandmann“ oder „Lied der Schlümpfe“, dem Konzertabend noch das i-Tüpfelchen auf.
Der Ortsvorsteher von Biebrich, Kuno Hahn, formulierte zum Abschluss des gelungenen Konzertabends sein Kompliment an die Klarinettistinnen folgendermaßen: „Bis zum heutigen Abend war mir nicht klar, dass die Klarinette einfach feminin sein muss.“
Das nächste Daniel Honsack Konzert findet am Freitag, 30. März statt. Da kann man sich jetzt schon auf einen ganz speziellen Abend mit Akkordeon und einer Band freuen.

