Raum für junge Künstler
07.11.2011 - WIESBADEN
Von Christina Kilb
KONZERT II Musikalische Erinnerung an Daniel Honsack
Ein schlichtes Schild mit der Aufschrift „Gedächtniskonzert - Daniel Honsack“ wies den Weg zum Trausaal des Biebricher Rathauses. Dort fand zum vierten und letzten Mal für dieses Jahr ein Konzert aus der „Daniel Honsack Konzertreihe“ statt. Die von dem langjährigen Tagblatt-Mitarbeiter ins Leben gerufene Idee, die jungen Künstlern Raum gibt, sich einem Publikum präsentieren zu können, wird seit seinem viel zu frühen Tod 2009 von der Lebensgefährtin Sandra Wintermeyer weitergeführt. Unterstützung erhält sie dabei dankenswerterweise vom Ortsbeirat sowie der Ortsverwaltung Biebrich.
Nun ist es jedes Mal nicht nur ein Konzert im traditionellsten Sinne, sondern wahrlich mehr als das: ein Gedächtniskonzert - in dem Gedenken an den Kulturschaffenden Daniel Honsack, der sich durch sein musikalisches, journalistisches, soziales und kulturelles Engagement auszeichnete.
Passend zu der spätherbstlich, vorwinterlichen Zeit wurde das Publikum durch das Programm mit dem Titel „Klänge der Jahrhunderte“ entführt, weg vom turbulenten Alltag hin zu einer Atmosphäre und Musik, die besinnlich werden und die die Zuhörer wie gebannt lauschen ließen. Die Reise durch die Zeit bestritten die beiden klassischen Gitarristen Benjamin Diehn, der aus den USA stammt, und Alex Litau, ursprünglich aus Usbekistan. Eine kleine Kostprobe ihres gesanglichen Talentes gab zudem die junge niederländische Opernsängerin und Sopranistin Kathelijne Wagner, die bereits beim letzten Gedächtniskonzert im September dabei war. Ganz in der „Tradition der Künstler mehrmals in unterschiedlichen Konstellationen wieder zu kommen“, so Sandra Wintermeyer.
Durch die Jahrhunderte führten Stücke der Komponisten Francisco Tárrega - der als „Schubert der Gitarre“ vor allem durch die zum Klingelton benutze Melodie aus „Gran Vals“ auch heute oftmals zu hören ist, Adam Darr, Leo Brouwer, John Dowland, J.S. Bach, Caspar Joseph Mertz und Augustin Barrios. Auch wenn ab und zu fast kinderstückähnlich lebendig freudige Elemente erklangen, so berührte dieses Konzert vor allem durch seine nachdenklich stimmende Musik, bei der selbst ein Bach in einem anderen Klanggewand erschien, das ganz bescheiden, fast träumerisch wirkte.
Die Zugaben entlockten dem Publikum zunächst durch den plötzlich in ein anderes Licht gerückten allseits bekannten Klingelton aus dem „Gran Vals“ von Tárrega ein Schmunzeln und ließen mit einem Gesangsduett mit dem Song „Fields of Gold“ von Sting den Abend ganz besonders passend zum Programm und zum Anlass ausklingen. Damit war man zeitlich betrachtet auf wundersame Weise aus der Vergangenheit zurück ins Heute geführt.

