Beschäftigungspakt für Ältere
20.02.2010 - KREIS
PROJEKT 50PLUS Rheingau-Taunus-Kreis in Offenbach als Kooperationspartner des neuen Konzepts aufgenommen
KREIS (red). Bei einer Informationsveranstaltung im Kreishaus des Landkreises Offenbach wurde nun auch der Rheingau-Taunus-Kreis offiziell in den Kreis der Kooperationspartner des Projektes 50Plus aufgenommen. "Wir konnten dabei unsere innovativen Konzepte zur beruflichen Wiedereingliederung älterer Langzeitarbeitsloser präsentieren und Vergleiche mit den Konzepten unserer vier Partner ziehen", betont die Erste Kreisbeigeordnete Jutta Nothacker, die die Kreis-Delegation anführte. Eine erfreuliche Nachricht gab es zu Beginn: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellte die Fortführung des Projektes 50Plus bis 2015 in Aussicht. Dabei sind fünf Kreise: Offenbach, Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, St. Wendel im Saarland und Rheingau-Taunus. Die Erste Kreisbeigeordnete: "Damit ist für uns sichergestellt, dass die Optionskommunen ihre Vermittlungsanstrengungen für die Langzeitarbeitslosen über 50 Jahre fortführen können." Die Erfahrungen aus dem Kreis Offenbach, der das Projekt seit 2006 betreibt, zeigten, dass durch die Arbeit ein pass- und zielgenaues Fallmanagement für die Zielgruppe geleistet werden kann.
Vor Ort kann auf regionale Besonderheiten und Bedürfnisse zielorientierter eingegangen werden. "Dadurch können wir als JobCenter älteren Langzeitarbeitslosen gezielter helfen, wieder einen Arbeitsplatz zu erhalten", betonte Nothacker. Dabei sei die Zusammenarbeit mit den Unternehmen der Region von entscheidender Bedeutung.
"Perspektive 50plus - Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen" ist ein Programm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Verbesserung der Beschäftigungschancen älterer Langzeitarbeitsloser. Neben den Potenzialen der Wirtschaft und der Länder soll auch die Gestaltungskraft und Kreativität der Regionen stärker als bisher zur beruflichen Eingliederung älterer Langzeitarbeitslosen genutzt werden. Zunächst bildet "Perspektive 50plus" das Dach für bundesweit 62 regionale Beschäftigungspakte zur beruflichen Wiedereingliederung älterer Langzeitarbeitsloser.
In einer zweiten Phase haben sich nunmehr 349 Arbeitsgemeinschaften, kommunale Träger und Arbeitsagenturen mit getrennter Aufgabenwahrnehmung an dem Bundesprogramm beteiligt.
Wie der Referatsleiter im Arbeitsministerium, Martin Weiland erläuterte, soll das Projekt 50plus nun durchstarten. Das Geld wird laut Weiland im kommenden Jahr von 250 auf 350 Millionen Euro aufgestockt. So erhoffen sich alle Beteiligten bundesweit 250 000 Aktivierungen sowie 65 000 Integrationen zu erzielen. Von 2012 an sind die Ziele noch ehrgeiziger: Mit einem Jahresetat von 500 Millionen Euro sollen dann jährlich bis zu 100 000 Menschen wieder einen Arbeitsplatz finden.
Der Rheingau-Taunus-Kreis hat sich 2010 vorgenommen, 200 Aktivierungen, 140 Integrationen in Arbeit und 15 Existenzgründungen aus der Zielgruppe der über 50-jährigen Langzeitarbeitslosen, die Leistungen nach Hartz IV beziehen, zu erreichen. Hierfür stellt das Bundesministerium dem Kreis 735000 Euro zur Verfügung. Dabei soll sowohl auf bewährte Vermittlungsinstrumente zurückgegriffen werden, als auch eigene Ansätze, wie gezieltes Training der Bewerber, offensiver Umgang mit eigenen Vermittlungshemmnissen und gezielte Gesundheitsfürsorge, umgesetzt werden.
Neben der Betreuung der Langzeitarbeitslosen, sieht der Kreis einen besonderen Schwerpunkt in der gezielten Ansprache der Arbeitgeberseite. Firmen und Betriebe sollen sensibilisiert werden, auch ältere Arbeitslose einzustellen, da diese, wie die Erfahrungen aus dem bisherigen Projektverlauf zeigen, eine hohe Motivation, Lebenserfahrung und besondere Zuverlässigkeit mitbringen.


